CAISSA1

Die Kunst der Tang – Schatzkammer in Dazu

Über den Dächern von Dazu, eingebettet in die hügeligen Landschaften Sichuans, liegt ein kulturelles Juwel von unermesslichem Wert. Die Rede ist von den Dazu-Grotten – einer der eindrucksvollsten Zeugnisse buddhistischer Höhlenkunst, die seit über einem Jahrzehnt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein Gedicht des Tang-Dichters Li Bai mag die Stimmung einfangen: „Vor meinem Bette ich Mondschein seh‘, als wär‘ der Boden bedeckt mit Schnee. Ich schau zum Mond auf, der droben blickt, der Heimat denkend das Haupt mir sinkt.“ Diese Verse spiegeln die Sehnsucht und die tiefe spirituelle Verbundenheit wider, die auch in den Steinskulpturen der Grotten mitschwingt.

Dazu-Grotten: Zeitlose Höhlenkunst zwischen Tang- und Song-Dynastie

Entdecken Sie die faszinierende Welt der mehr als 50.000 Steinstatuen – ein Meisterwerk der Bildhauerkunst, das Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus vereint.

In diesem Artikel erfährst du:
🏯 Die Geschichte und Bedeutung der Dazu-Grotten
🖼️ Einzigartige Skulpturen und ihre Symbolik
🚶 Praktische Tipps für den Besuch vor Ort
🌏 Kulturelle Insider-Infos für eine tiefere Reiseerfahrung

Für wen ist dieser Artikel?

  • ✈️ Reisende mit einer Leidenschaft für chinesische Geschichte und Kunst
  • 🧘 Spirituell Interessierte, die die Verschmelzung von Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus erleben möchten
  • 📸 Fotografie-Enthusiasten, die nach außergewöhnlichen Motiven abseits der Massen suchen
  • 🏛️ Kultururlauber, die UNESCO-Welterbestätten in ihrer authentischsten Form erkunden wollen

Die Dazu-Grotten (chinesisch: 大足石刻, Dàzú Shíkè) sind eine der bedeutendsten buddhistischen Felsbildhauereien Chinas. Anders als die bekannteren Mogao-Grotten in Dunhuang oder die Longmen-Grotten bei Luoyang zeichnen sich die Dazu-Grotten durch ihre außergewöhnliche Farbenpracht und die enge Verbindung von religiösen und profanen Motiven aus. Über 300 Jahre hinweg – während der Blütezeit der Tang-Dynastie und der nachfolgenden Song-Dynastie – schufen Mönche und Künstler an den fünf Bergen Baoding, Beishan, Shimen, Nanshan und Shizhuan ein Gesamtkunstwerk, das bis heute in seiner Geschlossenheit und Detailverliebtheit einzigartig ist.

Der Bau begann im 7. Jahrhundert und zog sich bis ins 13. Jahrhundert. In dieser friedvollen Epoche der chinesischen Kulturgeschichte, die von Poesie, Kalligraphie und philosophischem Austausch geprägt war, entstanden mehr als 50.000 Statuen, die an 75 Stätten verteilt sind. Besonders bemerkenswert ist die Synthese der drei großen Lehren: Buddhistische Bodhisattvas, taoistische Unsterbliche und konfuzianische Gelehrte stehen hier Seite an Seite. Diese harmonische Koexistenz ist ein seltenes und wertvolles Zeugnis der religiösen Toleranz jener Zeit.

Dazu-Grotten – Höhlenkunst der Tang- und Song-Dynastie mit farbenfrohen Buddha-Statuen

Der schlafende Buddha und die goldene Guanyin – Höhepunkte der Grottenkunst
Zu den absoluten Höhepunkten zählen die monumentale, liegende Buddha-Figur sowie die vollständig vergoldete Guanyin (Göttin des Mitgefühls). Diese Skulpturen sind nicht nur artistische Meisterleistungen, sondern auch spirituelle Anziehungspunkte, die täglich Pilger und Besucher in ihren Bann ziehen. Die leuchtenden Farben, die sich über die Jahrhunderte erstaunlich gut erhalten haben, sind in der Höhlenkunst weltweit nahezu einmalig. Viele der bedeutendsten Werke entstanden unter der Leitung des Mönchs Zhao Zhifeng, der von 1179 bis 1249 die Bauarbeiten auf dem Berg Baoding leitete.

Die thematische Vielfalt der Reliefs beeindruckt: Neben buddhistischen Gottheiten finden sich Darstellungen des alltäglichen Lebens – Herrscher, Beamte, Bauern und Handwerker. Diese Szenen gewähren einen lebendigen Einblick in die Gesellschaft der Song-Dynastie und machen die Grotten zu einer einzigartigen historischen Quelle. Besonders die sogenannten „Sutra-Berge“ auf dem Berg Baoding zeigen in über 500 Metern Länge eine dramatische Erzählung des buddhistischen Kosmos, die von der Geburt Buddhas bis zur Erlösung der Seelen reicht.

💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes

Insider-Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Dazu-Grotten sind die Monate März bis Mai und September bis November, wenn das Klima mild und die Luftfeuchtigkeit niedrig ist. Vermeiden Sie chinesische Feiertage wie die erste Maiwoche oder die goldenen Oktoberwoche – dann strömen Inlandstouristen in Massen. Kleiden Sie sich respektvoll: In den Tempelbereichen sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Das Fotografieren mit Blitz ist in den meisten Grotten verboten, um die Farbpigmente zu schonen. Nutzen Sie stattdessen ein Stativ mit Langzeitbelichtung (sofern erlaubt) oder die vorhandene Beleuchtung. Als kulinarischen Geheimtipp: Probieren Sie in der nahegelegenen Stadt Dazu unbedingt „Dazu-Feuerpot“ – eine regional-scharfe Variation des klassischen Hotpots, die mit lokalen Pilzen und Kräutern verfeinert wird.

Neben den Felsreliefs warten auf dem Gelände auch prächtige Tempelanlagen aus der Tang- und Song-Dynastie auf Besucher. Der Baoding-Tempel, der oberhalb der Hauptgrotte thront, beherbergt eine beeindruckende Bibliothek buddhistischer Schriften und bietet einen weiten Blick über die Hügel Sichuans. Die gesamte Anlage lädt dazu ein, innezuhalten, die Stille auf sich wirken zu lassen und die spirituelle Atmosphäre zu genießen. Für Reisende, die tiefer eintauchen möchten, empfiehlt sich eine geführte Tour mit einem lokalen Experten, der die verborgenen Details der Reliefs erklären kann – etwa die symbolische Bedeutung der Handgesten (Mudras) der Buddha-Figuren.

📜 Geschichte

Über 300 Jahre Bauzeit während der Tang- und Song-Dynastie – ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher chinesischer Kunst.

🎨 Kunst & Symbolik

Verschmelzung von Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus in über 50.000 farbig gefassten Statuen und Reliefs.

🌿 Natur & Umgebung

Eingebettet in die hügelige Landschaft Sichuans – ideale Kombination aus Kulturerlebnis und Wanderungen in der Natur.

🚗 Anreise & Praktisches

Von Chongqing in ca. 1,5 Stunden mit dem Bus oder Mietwagen erreichbar. Vor Ort stehen Shuttlebusse zwischen den fünf Bergen.

Die Dazu-Grotten sind nicht nur ein Museum unter freiem Himmel, sondern ein lebendiger Ort der Andacht und des kulturellen Austauschs. Besucher erleben hier, wie tief die Spiritualität in der chinesischen Alltagskultur verwurzelt ist. Die filigran geschnitzten Szenen von Mönchen, Gläubigen und himmlischen Wesen erzählen Geschichten von Mitgefühl, Vergänglichkeit und Erleuchtung – universelle Themen, die auch heute noch berühren.

Für Individualreisende lohnt sich eine Übernachtung in der Stadt Dazu, um das Gelände in aller Ruhe an zwei Tagen zu erkunden. Die lokale Gastronomie bietet einfache, aber authentische Gerichte – besonders empfehlenswert sind die gedämpften Teigtaschen (Baozi) gefüllt mit wildem Gemüse der Region. Wer sich für die Geschichte des Buddhismus in China interessiert, sollte unbedingt das Museum der Dazu-Grotten besuchen, das umfangreiche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Höhlen und ihrer Entstehung bietet.

Die Adresse des zuständigen Reiseveranstalters für organisierte Touren: CAISSA Touristic (Group) AG, Burchardstr. 21, 20095 Hamburg. Telefon: +49 (0)40 – 32332240, Fax: +49 (0)40 – 32332222, E-Mail: reisen@caissa.de, Website: www.caissa.de

Zum Schluss

Die Dazu-Grotten sind weit mehr als eine Sehenswürdigkeit – sie sind eine Reise in die Seele des alten China. In einer Welt, die immer schneller und lauter wird, laden die stillen Steinfiguren der Tang- und Song-Dynastie dazu ein, innezuhalten und die Tiefe der menschlichen Kunst und Spiritualität zu erfahren. Wer sich auf diese Reise einlässt, kehrt mit einem bleibenden Gefühl der Ruhe und der Bewunderung für die schöpferische Kraft vergangener Kulturen zurück.

Häufig gestellte Fragen zu den Dazu-Grotten

Sind die Dazu-Grotten leicht von Chongqing aus zu erreichen?

Ja, die Grotten liegen etwa 80 Kilometer westlich von Chongqing. Sie können bequem mit dem Bus (ab Chongqing Busbahnhof Chenjiaping) oder mit dem Mietwagen in etwa 1,5 Stunden anreisen. Vor Ort verkehren Shuttlebusse zwischen den fünf Berg-Stätten.

Welche Kleidung ist für den Besuch angemessen?

Da es sich um eine heilige Stätte handelt, wird respektvolle Kleidung empfohlen: Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Bequeme Schuhe sind wichtig, da Sie viel laufen und teilweise Treppen steigen werden.

Darf ich in den Grotten fotografieren?

Fotografieren ist in den meisten Bereichen erlaubt, jedoch ohne Blitz und Stativ, um die empfindlichen Farbpigmente der Statuen zu schützen. In einigen besonders geschützten Höhlen kann das Fotografieren ganz untersagt sein – bitte vor Ort auf die Hinweise achten.

Wie viel Zeit sollte ich für einen Besuch einplanen?

Ein vollständiger Besuch der wichtigsten Grotten (Baoding, Beishan und Nanshan) dauert mindestens einen ganzen Tag. Wer auch die entlegeneren Stätten und die Tempelanlagen sehen möchte, sollte zwei Tage einplanen und in der Stadt Dazu übernachten.

Gibt es Führungen in deutscher oder englischer Sprache?

Ja, am Eingang können Sie Audioguides (Englisch) und lokale Führer buchen. Einige Reiseveranstalter wie CAISSA Touristic bieten auch deutschsprachige Gruppenreisen an. Eine Vorab-Reservierung ist besonders in der Hauptsaison empfehlenswert.

📸 Hinweis zu BildrechtenDieser Beitrag wurde ursprünglich von einem Partnerunternehmen bereitgestellt. Das Bildmaterial wurde uns zur Verfügung gestellt. Rückfragen zu Bildrechten richten Sie bitte an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten.

Für dich ausgewählt: