Ein Blick in asiatische Kochtöpfe: Die Thailändische Küche
Die asiatische Küche ist exotisch, vielfältig und vor allem köstlich. In der neuen Reihe „Ein Blick in asiatische Kochtöpfe“ stellt Ihnen EAST ASIA TOURS regelmäßig Nahrungsmittel, Essgewohnheiten und Rezepte verschiedener asiatischer Länder vor. Heute entführt Sie das Team in die kulinarische Welt Thailands: exotisch, pikant, frisch und gesund.
Thailändische Küche entdecken – Aromen, Märkte & Geheimtipps
Tauchen Sie ein in die faszinierende Esskultur Thailands: von duftenden Currys über exotische Früchte bis zu versteckten Garküchen. Lernen Sie, was die Thai-Küche so besonders macht.
In diesem Artikel erfährst du:
🍜 Die Grundlagen der thailändischen Esskultur
🌶️ Alles über Thai-Curry, Basilikum & frische Zutaten
🛶 Geheimtipps zu Märkten und Garküchen
🥣 Ein authentisches Rezept für Tom Kha Gai
Für wen ist dieser Artikel?
- 🍽️ Reisende, die Thailand kulinarisch erleben möchten
- 👨🍳 Hobbyköche, die authentische Thai-Gerichte zubereiten wollen
- 🌏 Kulturinteressierte, die Hintergründe der thailändischen Esskultur verstehen
- ✈️ Alle, die ihren nächsten Thailand-Urlaub planen
Essen als soziales Ritual
Ob zuhause oder an einer der vielen Garküchen auf Thailands Straßen – Essen bedeutet Geselligkeit, und kaum ein Thai isst allein. In thailändischen Familien wird sogar häufig ein zusätzliches Schälchen für verstorbene Familienmitglieder aufgedeckt. Anders als in Europa gibt es in Thailand keine feste Menüfolge. Mit Ausnahme der Nachspeise werden alle Gänge gleichzeitig serviert. Die traditionelle Beilage eines jeden Essens ist Reis – je nach Region weißer Klebreis, duftender Jasminreis oder aromatischer Langkornreis. Reis ist auch typischer Bestandteil thailändischer Nach- und Süßspeisen, etwa süßer Reis mit gebratener Kokosnuss oder Klebreis mit fruchtiger Mango.
Frisches Obst – mehr als nur Ananas und Papaya
Exotische Vielfalt auf dem Teller
Generell hat frisches Obst einen hohen Stellenwert in Thailand. Ananas oder Papaya kennen wir auch in Deutschland – das Geschmackserlebnis vor Ort ist dennoch ein ganz anderes. Andere Obstsorten wie Drachenfrucht oder Durian sind hierzulande eher unbekannt. Die Durian-Frucht – oft auch „Stinkfrucht“ genannt – verbreitet einen sehr penetranten Geruch und wird daher von vielen Reisenden mit Argwohn betrachtet. Zu Unrecht, denn die vanillig-süßliche Frucht schmeckt viel besser als sie riecht. Versprochen!
Thai-Curry – die Kunst der Chilipaste
Von mild bis feurig – die Farben des Currys
Thai-Currys haben einen Siegeszug in der ganzen Welt angetreten. Wir behaupten trotzdem: Nur in Thailand selbst kann man den wunderbar exotischen Geschmack und die traditionelle Schärfe der Currys erfahren – oder besser gesagt erschmecken. Wichtigster Bestandteil eines Currys ist die Chilipaste. Die gelbe ist recht mild, die rote scharf und die grüne setzt schärfetechnisch noch einen obendrauf. Besonders beliebt unter Thais ist die rote Chilipaste, die also durchaus noch verträglich für den europäischen Gaumen ist. Würzbasis sind lange rote Chilis, Knoblauch, Zwiebeln, Koriander, Kreuzkümmel und Zitronengras. Zusammen mit frischem Gemüse und Fleisch oder Fisch wird die Paste kurz scharf angebraten und dann mit Kokosmilch abgelöscht. Fertig!
Thai-Basilikum – drei Sorten, drei Geschmackswelten
Mehr als nur ein Gewürz
Thai-Basilikum hat geschmacklich rein gar nichts mit dem italienischen Nationalgewürz gemein. In der thailändischen Küche unterscheidet man zwischen drei Arten. Das scheint sich jedoch noch nicht ganz bis nach Deutschland herumgesprochen zu haben – oft kommt es in unserer Küche zu Geschmacksverirrungen, wenn die konkrete Sorte im Rezept fehlt.
Bai Horapa schmeckt leicht süßlich nach Anis. Die Stängel sind rötlich-violett und gut erkennbar. Horapa wird für rote und grüne Currypasten verwendet.
Bai Maenglak schmeckt aromatisch nach Zitrone. Es hat hellgrüne Blätter und wird auch Zitronenbasilikum genannt – perfekt für Fisch, Suppen oder erfrischende Getränke.
Bai Krapao schmeckt nach Nelken und Piment. Seine leicht gezähnten, robusten Blätter sind ideal für Wokgerichte.
Märkte und Garküchen – authentisch und unvergesslich
Unentdeckte Schätze abseits der Touristenpfade
Auf Thailands Straßen und Wasserstraßen gibt es zahlreiche Märkte und mobile Garküchen, viele davon von Touristen weitgehend unentdeckt. So etwa der Markt von Bang Nam Phueng, etwas außerhalb von Bangkok. Mehr als 100 Stände bieten hier frische Gewürze, Obst, Gemüse und frisch zubereitete Gerichte zur Direktverkostung – authentisch und preiswert. Unser Tipp: Probieren Sie „Seafood Bombs“, gebratenes Krabbenfleisch in frittiertem Teigmantel. Das Essen der Garküchen können Sie unbesorgt genießen, wenn Fisch und Fleisch gekühlt gelagert werden.
Etwas touristischer, aber nicht minder beeindruckend, sind die schwimmenden Märkte. Händler verkaufen ihre Ware direkt von kleinen Booten – Kochbananen, Drachenfrüchte oder Chilis. Ein absolutes Highlight ist der Maeklong Markt in Samut Songkhram, rund 80 Kilometer südwestlich von Bangkok. Mitten durch die engen Gassen, nur wenige Zentimeter von den Ständen entfernt, fährt acht Mal am Tag ein großer Personenzug. Nach einer Glockenwarnung räumen die Standbetreiber innerhalb von gut eineinhalb Minuten ihre Auslagen beiseite, rollen die Sonnendächer ein und warten geduldig – ein Schauspiel, das man nicht verpassen sollte.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: In Thailand isst man traditionell mit Löffel und Gabel – der Löffel wird zum Mund geführt, die Gabel dient zum Schieben. Stäbchen werden nur für Nudelsuppen verwendet. Wer bei einer Mahlzeit eingeladen wird, sollte stets ein kleines Geschenk mitbringen (z. B. Obst oder Süßigkeiten) und niemals den Teller komplett leer essen – das signalisiert dem Gastgeber, dass man noch mehr möchte. Ein weiterer Tipp: Auf den Märkten lohnt es sich, früh am Morgen zu kommen, dann sind die Zutaten am frischesten und die Atmosphäre am authentischsten. Und wer scharf essen möchte, bestellt „pet mak“ – aber Vorsicht: Die Thai-Küche kann es richtig krachen lassen!
Rezept: Tom Kha Gai – die berühmte Thai-Suppe
Damit auch Sie ein Stück Thailand in Ihre heimische Küche zaubern können, stellen wir Ihnen zum Abschluss eines unserer Lieblingsrezepte vor: die berühmte Tom Kha Gai Suppe (siehe Titelbild). „Tom“ heißt auf Thailändisch Suppe, „Gai“ bedeutet Huhn und „Kha“ ist Galgant. Galgant, ein Verwandter des Ingwers, verleiht dieser Suppe ihre typisch fein säuerliche Note. Ersatzweise können Sie auch Ingwer verwenden – dann servieren Sie eine Tom Khing Gai (Khing = Ingwer), die nicht minder gut schmeckt. Alle Zutaten und Hinweise zur Zubereitung für vier Personen:
- 60 g Galgant (erhältlich in gut sortierten Asiamärkten, ersatzweise Ingwer)
- 3 Zitronengrasstangen
- 600 ml Hühnerfond
- 3 Kaffirlimettenblätter (frisches Zitrusaroma)
- 1 Bund frischer Koriander
- 400 g Hühnerbrustfilet
- 100 g Champignons
- 1 Tomate
- 2 EL Fischsauce
- 1 TL Palmzucker
- 1 TL Salz
- 2 EL Limettensaft
- 400 ml Kokosmilch
- 1–2 Chilis (nach Geschmack)
Zubereitung:
Galgant schälen und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit gestückeltem Zitronengras, Hühnerfond, Kaffirlimettenblättern und etwas Koriander in einen Topf geben und langsam aufkochen lassen. Anschließend Hühnerfleisch und Champignons in Scheiben schneiden, Tomate würfeln und beides zusammen mit Fischsauce, Palmzucker, Salz und Limettensaft in den Topf geben. Drei Minuten zugedeckt köcheln lassen. Abschließend Chilis in feine Streifen schneiden und zusammen mit der Kokosmilch hinzugeben. Unter ständigem Rühren fast bis zum Siedepunkt erhitzen, dann vom Herd nehmen. Vor dem Servieren mit etwas Fischsauce abschmecken und mit den restlichen Korianderblättern garnieren.
Hinweis: Galgant, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter sind reine Würzzutaten und werden nicht mitgegessen.
Haben Sie jetzt Fernweh auf der Zunge bekommen? HIER finden Sie eine Übersicht der EAST ASIA TOURS Thailand Reisen. Auf jeder Reise können Sie den authentischen Geschmack der thailändischen Küche persönlich kosten. Der Reisebaustein „Königliche Juwelen Zentralthailands“ beispielsweise nimmt Sie mit auf den Mae Klong Eisenbahnmarkt. Guten Appetit und Gin Khao!
🍚 Reis – die Basis
Jasminreis, Klebreis oder Langkornreis – jede Region Thailands hat ihre eigene Reissorte. Reis ist nicht nur Beilage, sondern Herzstück jeder Mahlzeit.
🌶️ Chili – die Seele der Schärfe
Ob rot, grün oder gelb – Chilipasten geben jedem Curry seinen unverwechselbaren Charakter. Die Schärfe lässt sich durch Kokosmilch wunderbar mildern.
🥥 Kokosmilch – cremig und vielseitig
Sie ist die Grundlage vieler Currys und Suppen. Kokosmilch bringt Fülle und Süße und balanciert die Schärfe perfekt aus.
🌿 Kräuter & Gewürze – das Aroma
Zitronengras, Kaffirlimettenblätter, Galgant und Thai-Basilikum – sie verleihen den Gerichten ihre unverwechselbare Frische und Tiefe.
Zum Schluss
Die thailändische Küche ist weit mehr als nur scharfes Curry – sie ist eine lebendige Kultur aus sozialen Ritualen, frischen Zutaten und jahrhundertealter Kochkunst. Ob auf einem der versteckten Märkte in Bangkok, bei einer Bootsfahrt auf den schwimmenden Kanälen oder in Ihrer eigenen Küche mit einem authentischen Rezept: Lassen Sie sich von den Aromen Thailands verzaubern. Denn wer einmal die Balance aus süß, sauer, salzig und scharf erlebt hat, wird immer wieder zurückkehren.
Ist thailändisches Street Food sicher?
Ja, wenn Sie auf hygienische Grundregeln achten: Wählen Sie Stände mit hohem Umsatz, an denen das Essen frisch zubereitet wird. Achten Sie darauf, dass Fleisch und Fisch gekühlt lagern. Vermeiden Sie rohe oder nicht durcherhitzte Speisen, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben.
Welche thailändischen Gerichte sind für Anfänger geeignet?
Pad Thai (gebratene Reisnudeln), Tom Kha Gai (milde Kokossuppe mit Huhn) und grünes Curry mit Kokosmilch sind gute Einstiegsgerichte. Sie sind aromatisch, aber nicht übermäßig scharf. Bestellen Sie „pet nit noi“ (wenig scharf), wenn Sie unsicher sind.
Was ist der Unterschied zwischen Galgant und Ingwer?
Galgant (Kha) ist milder, leicht säuerlich und harzig, während Ingwer (Khing) schärfer und würziger ist. Galgant wird in der Thai-Küche oft für Suppen und Currys verwendet, Ingwer eher für Wokgerichte. Beide sind nicht direkt austauschbar, aber im Notfall kann Ingwer als Ersatz dienen – das Gericht schmeckt dann etwas anders, aber immer noch köstlich.
Wie finde ich die besten Garküchen in Bangkok?
Abseits der Touristenpfade: Besuchen Sie den Bang Nam Phueng Markt (Wochenende) oder den Maeklong Eisenbahnmarkt. In Bangkok selbst sind die Viertel Chinatown (Yaowarat) und Banglamphu bekannt für authentische Street-Food-Stände. Fragen Sie Einheimische – sie kennen die besten Spots.
Kann ich die Zutaten für Tom Kha Gai auch in Deutschland bekommen?
Ja, die meisten Zutaten sind in gut sortierten Asiamärkten erhältlich. Galgant, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter gibt es oft frisch oder tiefgekühlt. In größeren Supermärkten finden Sie zumindest getrocknete Varianten. Frischer Koriander und Kokosmilch sind mittlerweile Standard.
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