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Nordostthailand: Lebendige Traditionen in Loei

Kurz vor dem Mittag setzt unser Flug TG2004 aus Bangkok in Udon Thani zur Landung an – Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Isan, dem Nordosten Thailands. Für viele Reisende ist Udon Thani vor allem als Sprungbrett nach Laos bekannt: Von hier aus verkehren Busse nach Nong Khai und zur „Friendship Bridge“, die den Mekong überspannt und nach nur rund 20 Kilometern laotisches Territorium und die Hauptstadt Vientiane erreicht.

Abseits der Touristenpfade: Authentisches Reisen in der Provinz Loei

Eine journalistische Reise durch den Isan – von Chiang Khan über Dansai bis zu den kühlen Bergen um Phu Rua. Kulturelle Tiefe, unvergessliche Begegnungen und stille Momente am Mekong.

In diesem Artikel erfährst du:
🌏 Warum Chiang Khan mehr als nur ein Zwischenstopp ist
🎭 Die Faszination des Phi Ta Khon-Festivals und seiner Masken
🌿 Wie nachhaltiger Tourismus in Loei gelebt wird
🚴 Insider-Tipps für Radtouren und lokale Begegnungen

Für wen ist dieser Artikel?

  • 🌍 Reisende, die Thailand jenseits von Stränden und Tempeln entdecken möchten
  • 🎒 Individualisten und Kleingruppen auf der Suche nach authentischen Erlebnissen
  • 📸 Fotografen und Kulturliebhaber, die unberührte Traditionen schätzen
  • 🧘 Menschen, die Ruhe und Natur in einer der kühlsten Regionen Thailands suchen

Auch unsere Gruppe – Vertreter von Reiseveranstaltern und Journalisten aus Australien, Singapur, den USA und verschiedenen europäischen Ländern, begleitet von Mitarbeitern des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes sowie lokaler Reiseorganisationen – macht sich auf dem Highway Nr. 2 in Richtung Nong Khai auf den Weg. Dort bleiben wir jedoch am thailändischen Ufer des Mekong und folgen auf landschaftlich reizvoller Strecke dem Flusslauf nach Westen. Auf der anderen Seite des Mekong zeichnet sich bald die Silhouette Vientianes ab – eine Perspektive, die selbst für erfahrene Thailand-Reisende neu und überraschend ist.

Blick auf den Mekong bei Chiang Khan – ruhige Morgenstimmung am Fluss

Chiang Khan: Zeitreise entlang der Walking Street
Nach fast vierstündiger Fahrt erreichen wir das Städtchen Chiang Khan und das „Chiangkhan River Mountain Resort“ direkt am Ufer des Mekong. Die sehr schönen traditionellen Holzhäuser Chiang Khans säumen beiderseits der „Walking Street“ auf fast zwei Kilometern das Flussufer. Wir stellen schnell fest: Ein abendlicher Bummel auf dieser Straße mit ihren Gästehäusern, Restaurants und Geschäften gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Chiang-Khan-Besuchers. Auch am frühen Morgen des nächsten Tages kehren wir hierher zurück, um den Mönchen des örtlichen Klosters frisch gekochten Klebreis zu spenden. Anders als im laotischen Luang Prabang sind hier bei der morgendlichen Speisung der Mönche Touristen noch die Ausnahme – fast ausschließlich einheimische Gläubige und die Mönche selbst prägen das Straßenbild.

„Pasat Loy Kroh“ – kleine quadratische Flöße mit etwa 20 Zentimetern Kantenlänge, gefertigt aus Teilen der Bananenstaude und anderen Naturmaterialien, kunstvoll verziert. Als regionale Variante der Krathongs (bekannt vom Lichterfest „Loi Krathong“) sagt man ihnen nach, dass sie – ausgesetzt auf einem Fluss – beim Davontreiben allen Ärger, Groll und schlechte Gedanken des Bastlers mit sich nehmen. Die große Herausforderung für den mit Kameras und Smartphone ausgerüsteten Touristen: Man darf seinem eigenen Pasat auf keinen Fall hinterherblicken, sonst hat man das ganze Übel gleich wieder am Hals! Wir haben nun Gelegenheit, unsere gestern mühsam selbst gebastelten Pasats im Morgendunst auf dem Mekong auszusetzen. Zum Glück reisen wir in der Gruppe – einer kann des anderen Pasat fotografieren, ohne viel Unheil zu riskieren.

Übrigens gab es in Chiang Khan auch Dinge, über die ich nicht weiter sprechen möchte. „Farangs“ beim Versuch, sich in den lokalen „Chiang Khan Dance“ einzureihen, zum Beispiel!

Mönchen gespendet und Pasat erfolgreich gestartet – was soll auf dieser Reise eigentlich noch schiefgehen?

💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes

Insider-Tipp: Wer die morgendliche Almosenspende in Chiang Khan erleben möchte, sollte vor 6:30 Uhr an der Walking Street sein. Anders als in touristischen Zentren ist es hier üblich, Klebreis in kleinen Körben zu spenden – erhältlich an den Straßenständen. Wichtig: Als Frau niemals einen Mönch berühren oder ihm etwas direkt in die Hand geben; legt die Gabe in seine Bettelschale. Ein weiterer Geheimtipp: Die beste Aussicht auf den Mekong und das gegenüberliegende Laos genießt man von der Terrasse des „Chiangkhan River Mountain Resort“ bei Sonnenaufgang – ein Moment purer Stille, den man so schnell nicht vergisst.

Wir fahren in die Dörfer Ban Na Or (traditionelle Thai-Häuser im Loei-Stil und Kunsthandwerk) und Ban A Hee. In Ban A Hee zelebrieren wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern eine „Blumenbaum-Prozession“. Den Blumenbaum basteln wir recht geschickt, die Trommeln und Gongs für die Begleitmusik halten wir gut im Takt – nur unsere Tanzerei sorgt wieder für ausgelassene Heiterkeit bei den anwesenden Thais. Hier passiert etwas, das ich in Thailand seit Jahren nicht mehr erlebt habe: Die Einheimischen fotografieren die Touristen als seltene Spezies und Attraktion! Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass wir uns auf einer Tour „fernab ausgetretener Touristenpfade“ befinden?

Traditionelle Holzhäuser in Ban Na Or – Kunsthandwerk und ländliches Leben im Isan

Neue Grenzen, alte Traditionen
Wir stoppen an einem neuen Grenzübergang, der Thailand und Laos mittels einer weiteren „Freundschaftsbrücke“ – diesmal über den Huang River – verbindet. Noch scheint hier in Ban Nakraseng alles etwas überdimensioniert: große Abfertigungsgebäude, viele Grenzer, aber kaum Passanten. Das kann sich jedoch schnell ändern, denn auch Ausländer können diesen Übergang nutzen, der nur 360 Kilometer vom laotischen Touristenmagneten Luang Prabang entfernt ist. Neue Reiseprogramme von Loei über Land nach Luang Prabang werden sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Als wir am Nachmittag in der romantischen Eco Lodge „Chachanat Woodland Resort“ in den Bergen um den 1.365 Meter hohen Gipfel Phu Rua aus unseren Vans steigen, spüren wir sofort, dass wir uns in einer der kühlsten Regionen Thailands befinden. Thailändische Ausflügler kommen gern hierher, um im Winter mit etwas Glück Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu erleben. Wir genießen echte Wohlfühltemperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius – genau die richtige Temperatur für ein gut gekühltes Bier „Singha“ auf der Restaurantterrasse vor dem Dinner. Viele interessante Informationen zur spannenden Geschichte des Resorts und zur Wiederaufforstung des Areals durch die Besitzer finden sich (in englischer Sprache) auf www.chachanatwoodland.com.

Wir verlassen das Bergland und fahren nach Dansai, Stadt der Geister, Dämonen und des alljährlichen Phi Ta Khon-Festivals. Unterwegs besuchen wir den ausgesprochen schönen Tempel Wat Pa Neramit Vipassana, wo wir die Gelegenheit haben, einem hoch angesehenen Mönch mehr oder weniger sinnvolle Fragen zu stellen. Bevor wir im „PhuNaCome Resort“ einchecken, besuchen wir das Phi Ta Khon-Museum. Neben einer Sammlung der schaurig-schönen Masken gibt es hier Informationen zur Tradition des alljährlichen Festivals, bei dem die Geister zur Erde gerufen werden.

Muss ich eigentlich noch erwähnen, dass wir am Nachmittag unsere eigene Phi Ta Khon-Maske bemalen? Unter großem „Hallo“ werden diese Kunstwerke dann beim Abendessen von einem Seher analysiert, der Rückschlüsse auf den Charakter des jeweiligen Maskenmalers zieht. Mir wurden Ernsthaftigkeit und Engagement bescheinigt. Na also!

Phi Ta Khon-Masken im Museum von Dansai – farbenfrohe Geistertradition

Mit dem Rad durch die Geisterstadt
Noch vor dem Frühstück beginnen wir den letzten Tag unserer Reise mit einer wenig anstrengenden Radtour auf der Route „The Spirit of Dansai“. Gut, dass wir dies in der Kühle des jungen Tages tun! Nach einem kräftigen Frühstück mit delikaten Nudelsuppen und anderen Loei-Spezialitäten bescheren wir dem Souvenirladen „Kwintip“ noch einen ordentlichen Umsatz zugunsten der Kommune. Nach dem Mittagessen nehmen wir Abschied von unseren fantastischen Gastgebern – die wir aber fast alle zwei Tage später in Bangkok auf der Fachmesse „Thailand Travel Mart Plus“ wiedertreffen – und fliegen mit „Nok Air“ von Loei direkt zurück nach Bangkok Don Muang.

🌿 Nachhaltigkeit

Das Chachanat Woodland Resort setzt auf Wiederaufforstung und Umweltschutz – ein Vorbild für sanften Tourismus in der Region.

🎭 Phi Ta Khon

Das berühmte Geisterfestival findet jährlich im Juni/Juli statt – ein farbenprächtiges Spektakel mit Masken, Musik und Ritualen.

🚴 Aktivurlaub

Die Radroute „The Spirit of Dansai“ führt durch Reisfelder und Dörfer – ideal für entspannte Entdeckungstouren am Morgen.

🍜 Kulinarik

Loei-Spezialitäten wie Klebreis, scharfe Nudelsuppen und lokale Currys sind ein Muss für jeden Feinschmecker.

Zum Schluss

Die Naturschönheiten und historischen Stätten der Provinz Loei sind auch außerhalb des berühmten Phi Ta Khon-Festivals eine Reise wert. Die außerordentliche Gastfreundschaft der Bewohner des Isan und das Bedürfnis der Gastgeber, Besuchern die Geschichte, Sitten und Gebräuche der Region nahezubringen, tragen maßgeblich zum Gelingen einer solchen Reise bei. Für künftige Reiseangebote gilt: Viele Programmpunkte entfalten ihren Zauber erst als gemeinsames Erlebnis in kleinen Reisegruppen. Für Alleinreisende, Paare oder Familien muss dieses Programm mit seinem großen Potenzial noch weiter angepasst und perfektioniert werden – doch die Basis ist gelegt für unvergessliche Momente abseits der ausgetretenen Pfade.

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Wann ist die beste Reisezeit für die Provinz Loei?

Die kühle Jahreszeit von November bis Februar bietet angenehme Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius – ideal für Aktivitäten wie Radtouren und Wanderungen. Das Phi Ta Khon-Festival findet meist im Juni oder Juli statt, dann ist es wärmer und feuchter.

Wie komme ich am besten nach Loei?

Von Bangkok aus fliegt Nok Air direkt nach Loei (Flughafen Loei Airport). Alternativ kann man mit dem Bus oder dem Zug bis Udon Thani fahren und von dort weiter mit dem Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ist die Region für Familien geeignet?

Ja, aber viele Aktivitäten wie das Maskenbasteln oder die Radtour sind eher für Kleingruppen ausgelegt. Familien mit Kindern sollten auf angepasste Programme zurückgreifen, die ausreichend Pausen und flexible Zeiten bieten.

Welche kulturellen Verhaltensregeln sollte ich beachten?

Im Isan gilt besondere Höflichkeit: Niemals einen Mönch berühren (vor allem als Frau), Schuhe vor Tempeln und Wohnhäusern ausziehen, und beim Spenden von Klebreis stets die linke Hand am rechten Ellenbogen abstützen. Lächeln und Geduld werden sehr geschätzt.

Kann ich den Grenzübergang bei Ban Nakraseng als Tourist nutzen?

Ja, der Übergang ist für Ausländer geöffnet und bietet eine direkte Verbindung nach Laos, nur 360 Kilometer von Luang Prabang entfernt. Die Nutzung ist jedoch noch wenig frequentiert – ideal für Reisende, die Menschenmassen vermeiden möchten.

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