Reise entlang des Mekong – Lebensader Südostasiens
Der Mekong – einer der großen Ströme Asiens – zieht sich durch atemberaubende Landschaften und jahrhundertealte Kulturen. Eine Reise entlang seines Laufs von den nördlichen Hügeln Thailands bis ins Delta von Vietnam verspricht unvergessliche Eindrücke. Lesen Sie hier den ersten Teil eines ausführlichen Reiseberichts über eine 23-tägige Expedition durch vier Länder.
Mekong-Reise: Von Chiang Rai ins Herz Indochinas
Eine 23-tägige Expedition entlang des mächtigen Flusses – hautnah erlebt in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam.
In diesem Artikel erfährst du:
🌏 Wie die Reise in Chiang Rai beginnt
🍜 Einblicke in authentische Kochkurse bei Bergvölkern
🐘 Begegnungen im Goldenen Dreieck
🛶 Bootsfahrten auf Kok River und Mekong
Für wen ist dieser Artikel?
- 🌴 Reisebegeisterte, die eine tiefgehende Mekong-Expedition planen
- 🍲 Kulinarik-Fans, die asiatische Küche authentisch erleben möchten
- 📸 Fotografen und Kulturreisende auf der Suche nach unvergesslichen Momenten
- 🧳 Individualisten, die kleine Gruppen und persönliche Guides schätzen
Ankunft im Land des Lächelns
Am 22. Oktober begann unsere Reise entlang des Mekong. Wir waren mit einer kleinen – mit mir achtköpfigen – Gruppe unterwegs, die dem Fluss auf seinem Abschnitt zwischen der Grenze von Birma und Nordthailand bis zu seinem Eintritt ins Südchinesische Meer folgen sollte. Kaum hatte ich mich ans Schreiben gesetzt, wurde mir klar: Eine 23-tägige Reise passt nicht in einen Bericht. Deshalb teile ich sie in vier Teile – entsprechend den vier bereisten Ländern Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Wir landeten in Chiang Rai im hohen Norden Thailands und wurden von unserem lokalen Guide „James“ herzlich begrüßt. Sein echter Name sei für „Falangs“, die Fremden, zu schwer auszusprechen, meinte er lächelnd. Nach dem langen Flug ließen wir die ersten Tage ruhig angehen, um uns an die Temperaturen zu gewöhnen – zu Hause war fast Winter, hier erwarteten uns zwischen 26 und 30 °C. Das sehr schöne La Luna Resort mit seinen Bungalows inmitten eines riesigen, üppigen Gartens und einem großen Pool bildete eine perfekte Basis.
Abends lockte uns der bunte Nachtmarkt von Chiang Rai mit seinen vielen Verkaufsständen, Imbissen und Bühnen. Sofort umfingen uns die verschiedensten Farben und Gerüche – viele bekannt, einige völlig fremd. Ein Bummel entlang der Essensstände offenbarte eine enorme Bandbreite: von Frühlingsrollen, gebratenem Reis mit Gemüse oder Nudelsuppe bis hin zu knusprig gebratenen Schaben. Dazu ein frisches, kühles Tiger Bier – und schon war man angekommen im „Land des Lächelns“. Chiang Rai ist ein ruhiger, unspektakulärer Ort, dessen lange Geschichte man kaum noch spürt. Nicht mit vielen Sehenswürdigkeiten gespickt, eignet er sich perfekt zum Ankommen und als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Goldene Dreieck – jene kleine Region im Norden Thailands an den Grenzen zu Birma und Laos. Weltweit war das Goldene Dreieck unrühmlich als Herkunftsgebiet für Opium bekannt. Heute sind diese Aktivitäten durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen der thailändischen Regierung fast verschwunden und in abgelegene Bergregionen von Laos und Birma verdrängt. So kann man hier unbedenklich reisen und die vielen Höhlen, herrlichen Aussichtspunkte, Dörfer und Tempel erkunden.
Morgendlicher Markt und Fahrt auf dem Kok River
Morgens besuchten wir den Markt und kauften unter vielen „Ahs“ und „Ohs“ alles ein, was wir später für den Kochkurs benötigten. Eine einstündige Fahrt in einem motorstarken Longtailboot brachte uns – gegen die zu Ende der Regenzeit starke Strömung – den Kok River hinauf zu einem kleinen Dorf der Karen. Dort begegnete uns ein merkwürdiger Tross: mehrere Elefanten mit Reitern zogen vorbei. Nichts Ungewöhnliches, denn es gibt ein Camp mit Elefanten zum Reiten. Doch die meisten Reiter trugen Gewehre und blickten streng. James klärte uns auf: Der Gast auf dem ersten Elefanten war ein hoher Regierungsbeamter, die folgenden Elefanten trugen seine Leibwächter.
Kochkurs bei den Akha – Kulinarische Entdeckungen
Danach begann ein ganz besonderer Teil unseres Aufenthalts: In einem kleinen Dorf der Akha, eines der Bergvölker der Region, erlebten wir unseren ersten Kochkurs. Insgesamt waren vier Kochkurse geplant – in jedem Land einer – um die Besonderheiten der jeweiligen Küche zu erforschen. Das Dorf war sehr einfach, die Menschen ausgesprochen freundlich. Glücklicherweise sprach James auch Akha, sodass wir uns gut verständigen konnten. Nach einer freundlichen Begrüßung und einem fröhlichen Tanzlied eines kleinen Jungen machten wir uns an die Arbeit. Innerhalb von zwei Stunden zauberten wir unter fachkundiger Anleitung fünf verschiedene, köstliche Gerichte – nach gefühlten Tonnen an geschnippeltem Obst und Gemüse. Aber Vorsicht: Die kleinen, harmlos aussehenden Chilischoten sind höllisch scharf! Die Bewohner des Hauses amüsierten sich köstlich über unsere manchmal etwas ungeschickten Versuche. Doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen und wurde auch von den kostenden Kindern des Dorfes als sehr lecker gewürdigt. Unsere erste Probe als asiatische Köche war bestanden – alle zufrieden und überwältigt von der Vielfalt an Kräutern, Gewürzen und frischem Obst.
🌍 Reiseroute
23 Tage, vier Länder: Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam – dem Mekong von Norden bis zur Mündung folgend.
🍜 Kulinarische Highlights
Vier authentische Kochkurse bei lokalen Familien – von der thailändischen bis zur vietnamesischen Küche.
🐘 Begegnungen
Elefanten, Bergvölker und beeindruckende Tempel – jede Etappe hält einzigartige Erlebnisse bereit.
🌺 Kultur & Natur
Von schwimmenden Dörfern bis zu dichten Regenwäldern – die Mekong-Region verzaubert mit ihrer Vielfalt.
Zum Schluss
Schon die ersten Tage am Mekong zeigen, wie reich diese Region an Kultur, Kulinarik und Natur ist. In der kleinen Gruppe, begleitet von einem erfahrenen Guide, wird jede Begegnung zu einem unvergesslichen Moment. Die Reise hat gerade erst begonnen – und doch fühlt man sich schon nach kurzer Zeit tief verbunden mit dem „Land des Lächelns“ und seinen Menschen.
Wie lange dauert die gesamte Mekong-Reise?
Die Reise erstreckt sich über 23 Tage und führt durch Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Sie ist in vier Abschnitte unterteilt, die jeweils ein Land vertiefen.
Welche Länder werden auf der Reise besucht?
Die Route beginnt in Nordthailand, führt dann weiter nach Laos, Kambodscha und endet im Mekongdelta in Vietnam. Jedes Land bietet eigene kulturelle und landschaftliche Höhepunkte.
Ist die Region des Goldenen Dreiecks sicher für Touristen?
Ja, durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen der thailändischen Regierung und Ersatzprogramme ist das Gebiet heute unbedenklich bereisbar. Die einstige Opiumproduktion ist weitgehend in abgelegene Bergregionen verdrängt worden.
Welche Unterkünfte werden genutzt?
Die Reise setzt auf komfortable, aber authentische Unterkünfte wie das La Luna Resort in Chiang Rai mit Bungalows inmitten tropischer Gärten und Pool. In den weiteren Ländern werden vergleichbare Hotels und Lodges gebucht.
Wie ist das Klima während der Reise?
Die Temperaturen liegen zwischen 26 und 30 °C. Da die Reise oft in der Übergangszeit stattfindet, sind leichte Regenfälle möglich – besonders auf dem Kok River und im Mekongdelta. Leichte Baumwollkleidung und ein Regenschutz sind empfehlenswert.
Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei ONE WORLD, Tel.: (0231) 589792-0
