Die Provinz Phetchaburi im Blickpunkt
Thailand hält zwischen dem quirligen Bangkok und den Stränden im Süden eine Region bereit, die oft im Vorbeifahren übersehen wird, aber gerade Kennern als kulturelle Perle und Refugium natürlicher Schönheit gilt. Die Rede ist von der Provinz Phetchaburi – einem Landstrich, der mit alten Königspalästen, uralten Tempelmalereien und unberührten Küstenabschnitten lockt. Hier treffen jahrhundertealte Traditionen auf eine lebendige Naturkulisse, die ihresgleichen sucht.
Phetchaburi entdecken: Paläste, Tempel & Naturparadies südlich von Bangkok
Eine detaillierte Reise durch Thailands unterschätzte Provinz – von königlichen Residenzen über unberührte Nationalparks bis hin zu versteckten Vogelparadiesen.
In diesem Artikel erfährst du:
🏛️ Geschichte der drei Paläste von Phetchaburi
🙏 Die schönsten Tempel und ihre versteckten Wandmalereien
🌳 Tipps für den Kaeng Krachan Nationalpark und Vogelbeobachtung
🏖️ Warum Cha Am der Geheimtipp an der Golfküste ist
Für wen ist dieser Artikel?
- 🛕 Kulturinteressierte, die abseits der touristischen Hauptpfade eintauchen möchten
- 🌿 Naturliebhaber und Vogelbeobachter auf der Suche nach artenreichen Schutzgebieten
- 🏝️ Individualreisende, die Bangkok mit einem ruhigen, authentischen Strandurlaub verbinden wollen
- 📸 Fotografen, die einzigartige Architektur und unberührte Landschaften festhalten möchten
Phetchaburi liegt nur rund 170 Kilometer südwestlich von Bangkok, grenzt im Westen an Myanmar und erstreckt sich im Osten mit einer einladenden, etwa 80 Kilometer langen Küste entlang des Golfs von Thailand. Die gleichnamige Provinzhauptstadt Phetchaburi ist historisch reich und wird von den Thais liebevoll „Muang Sam Wang“ – die Stadt der drei Paläste – genannt.
Das dicht bewaldete Tenasserim-Gebirge zwischen Myanmar und Phetchaburi wirkt wie ein natürlicher Regenschutz. So wundert es nicht, dass die thailändischen Könige Rama IV, Rama V und Rama VI im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die Stadt als Rückzugsort während der Regenzeit wählten. Jeder von ihnen ließ einen eigenen Palast errichten. Der prächtigste ist der Phra Nakorn Khiri Palast, der sich majestätisch auf einem 92 Meter hohen Hügel erhebt. Von dort oben eröffnet sich ein weiter Blick über die Stadt bis zum Meer.
Phra Nakorn Khiri – königlicher Sternenhimmel
Der von König Mongkut (Rama IV.) Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Palast besticht durch eine einzigartige Mischung aus westlichem und asiatischem Stil. Heute beherbergt er das Nationalmuseum der Provinz. Ein besonderes Highlight ist das Observatorium mit gläserner Kuppel – der König war ein begeisterter Astronom und ließ es extra zur Sternenbeobachtung errichten. Per Schienenbahn oder zu Fuß gelangt man hinauf und wird mit einem imposanten Rundumblick belohnt.
Die etwa 50.000 Einwohner zählende Stadt Phetchaburi hält eine beeindruckende Anzahl buddhistischer Tempel bereit. Ein absolutes Muss ist der Wat Suwanaram aus dem 17. Jahrhundert. In den ruhigen Klostermauern verbergen sich einige der ältesten und am besten erhaltenen Wandmalereien Thailands im späten Ayutthaya-Stil. Auch die Bibliothek des Tempels ist ein Blickfang: aus feinstem Holz gezimmert, thront sie auf Stelzen inmitten eines malerischen Sees – ein perfektes Fotomotiv.

Wer die Stadt hinter sich lässt und ins Umland aufbricht, sollte einen Besuch des Kaeng Krachan Nationalparks einplanen – dem größten Nationalpark Thailands. Er liegt etwa 53 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt und beeindruckt mit bis zu 1.200 Meter hohen Bergen, dichtem Regenwald und seltener Tierwelt: Wilde Elefanten, Tiger, Brillenlanguren und Flughörnchen sind hier zuhause. Der angrenzende Kaeng Krachan Stausee lockt Angler und Bootsfahrer gleichermaßen an. Für Ornithologen ist die Region ein Paradies.
Knapp 19 Kilometer südöstlich von Phetchaburi liegt das Laem Pak Bia Gebiet – Thailands wohl bester Spot zur Beobachtung seltener Vogelarten. Eine Frischwasseroase, die aus einem königlichen Projekt zur natürlichen Abwasseraufbereitung entstanden ist, zieht unzählige Wasser- und Landvögel an. Hier befindet sich auch der längste Mangrovenlehrpfad Thailands, der auf Stelzen über mehrere Kilometer durch einen ausgedehnten Mangrovensumpf führt. Frühe Morgenstunden lohnen sich besonders.
Cha Am – entspannter Strand abseits der Massen
Unweit von Laem Pak Bia, nur rund 17 Kilometer weiter südlich die Küste entlang, liegt der Badeort Cha Am. Ein langer, natürlicher Strand, ein noch weitgehend unberührtes Hinterland und eine entspannte, authentische Atmosphäre zeichnen diesen Ort aus. Während das 25 Kilometer entfernte Hua Hin bei ausländischen Touristen beliebt ist und mehr Unterhaltung bietet, zieht Cha Am vor allem thailändische Urlauber aus Bangkok an. Die Mischung aus Ruhe, Familienfreundlichkeit und der Nähe zur Hauptstadt machen ihn zu einem echten Geheimtipp.
Cha Am bietet für jeden Anspruch die passende Unterkunft – vom Luxushotel mit Poolanlage bis hin zu einfachen Strandbungalows, die direkt am Meer liegen. Abends locken kleine Restaurants mit frischem Fisch und Meeresfrüchten, oft direkt auf der Veranda sitzend. Wer lokale Spezialitäten wie „Khao Tom Mud“ – in Bananenblättern gedämpfter Klebreis – oder süßes „Moo Wan“ probieren möchte, wird in den Garküchen der Stadt fündig.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: Für Vogelbeobachtung in Laem Pak Bia unbedingt morgens zwischen 6 und 9 Uhr kommen – dann ist die Aktivität der Wasservögel am größten. Für den Besuch des Phra Nakorn Khiri Palastes empfehlen wir, leichte Schuhe zu tragen, da der Aufstieg zu Fuß durch den tropischen Garten ein kleines Abenteuer ist. Achtung vor Affen, die gelegentlich nach offenen Taschen greifen. In den Tempelanlagen gilt: Schultern und Knie bedecken, aus Respekt vor der buddhistischen Kultur. Wer in Cha Am isst, sollte unbedingt die gegrillten Garnelen an der Nordseite der Strandpromenade probieren – ein lokales Highlight, das in keinem Reiseführer steht. Trinkgeld ist in Thailand nicht verpflichtend, aber ein kleines „Thank you“ (ca. 10–20 Baht) für hervorragenden Service wird sehr geschätzt.
🚆 Anreise
Von Bangkok aus mit dem Zug ab Hua Lamphong (ca. 3–4 Stunden) oder dem Bus vom südlichen Busbahnhof (ca. 2,5 Stunden). Auch ein Mietwagen ist empfehlenswert für die Flexibilität im Nationalpark.
☀️ Beste Reisezeit
Von November bis April ist die Trockenzeit ideal für Stadtbesichtigungen und Tierbeobachtungen. Die Regenzeit (Mai–Oktober) bringt weniger Touristen und sattes Grün.
🍜 Kulinarik
Probieren Sie Khao Tom Mud (süßer Klebreis im Bananenblatt) und die gegrillten Meeresfrüchte in Cha Am. In Phetchaburi-Stadt locken kleine Garküchen mit authentischen Currys.
🏨 Unterkunft
Von einfachen Gästehäusern in der Altstadt bis zu Strandresorts in Cha Am. Empfehlung für Naturfreunde: Unterkünfte am Rande des Kaeng Krachan Nationalparks.
Zum Schluss
Phetchaburi ist weit mehr als eine Durchreisestation. Die Provinz vereint auf kleinem Raum die Höhepunkte Thailands: königliche Geschichte, spirituelle Tiefe, unberührte Natur und authentische Strandmomente. Wer abseits der ausgetretenen Pfade das echte Thailand sucht, findet in Phetchaburi einen stillen, aber unvergesslichen Ort, der noch nicht von Touristenmassen vereinnahmt ist. Lassen Sie sich von den drei Palästen, den flüsternden Tempelmauern und dem Rauschen des Meeres verzaubern.
Kontakt:
Thailändisches Fremdenverkehrsamt
Bethmannstr. 58
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 – 1381390
Telefax: +49 (0)69 – 13813950
E-Mail: [email protected]
Internet: www.goasia.de/ThailandTourismus.de
Wie komme ich am besten von Bangkok nach Phetchaburi?
Am bequemsten mit dem Zug ab Bahnhof Hua Lamphong (ca. 3–4 Stunden) oder mit dem Bus vom südlichen Busbahnhof (ca. 2,5 Stunden). Auch ein Mietwagen oder privater Transfer ist möglich.
Welche Tempel sollte ich in Phetchaburi unbedingt besuchen?
Der Wat Suwanaram mit seinen alten Wandmalereien und die Bibliothek auf Stelzen sind ein Muss. Auch der Wat Mahathat Worawihan mit seinen Khmer-inspirierten Prangs ist sehenswert.
Ist Cha Am oder Hua Hin besser für einen Strandurlaub?
Cha Am ist ruhiger, authentischer und günstiger, mit vielen thailändischen Gästen. Hua Hin bietet mehr Unterhaltung, internationale Restaurants und ein Nachtleben. Beide sind für Familien geeignet.
Gibt es Eintrittsgebühren für den Phra Nakorn Khiri Palast?
Ja, der Eintritt beträgt für ausländische Touristen etwa 150–200 Baht. Die Schienenbahn hinauf kostet extra oder man wandert kostenlos.
Kann man im Kaeng Krachan Nationalpark übernachten?
Ja, es gibt einfache Bungalows und Zeltplätze. Eine Voranmeldung ist empfehlenswert, besonders in der Trockenzeit. Am Stausee gibt es auch private Lodges.
