Slowcity in Korea: Damyang
Damyang – ein Name, der in Südkorea untrennbar mit Bambus, traditioneller Handwerkskunst und einer besonderen Form der Achtsamkeit verbunden ist. Im Südwesten der Provinz Jeollanam-do gelegen, lädt diese bezaubernde Region zu einer Reise ein, die weit über das typische Sightseeing hinausgeht. Hier, im Herzen einer der ursprünglichsten Slow Cities des Landes, entdeckt man ein Korea, das im Einklang mit der Natur und seinen jahrhundertealten Traditionen lebt.
Damyang: Slow City, Bambuskultur & kulinarische Schätze Südkoreas
Entdecken Sie das ursprüngliche Korea abseits der Metropolen – von uralten Hanok-Anwesen bis zu kunstvoll gekochten Reisbonbons.
In diesem Artikel erfährst du:
🎋 Die Geschichte und Bedeutung von Damyang als Slow City
🏯 Authentische Hanok-Dörfer und kulturelles Erbe
🍬 Regionale Spezialitäten – von Bambusprodukten bis Reisbonbons
🚆 Anreise, Insider-Tipps und praktische Reisehinweise
Für wen ist dieser Artikel?
- 🌿 Liebhaber nachhaltigen und achtsamen Reisens
- 🏺 Kulturinteressierte, die traditionelles Handwerk erleben möchten
- 🍜 Genießer, die lokale Küche abseits der Touristenpfade suchen
- 📸 Fotografen und Naturliebhaber, die malerische Landschaften lieben
Samjicheon – das Herz der Slow City
Das dritte Slow City (Cittaslow) Südkoreas, das wir heute näher betrachten, ist Damyang. Bereits seit Langem als Heimat des Bambus bekannt, wurde das Dorf Samjicheon im Kreis Damyang aufgrund seiner außergewöhnlichen Ursprünglichkeit in die weltweite Slow-City-Bewegung aufgenommen. Das Dorf, das von vielen Besuchern bis dahin oft links liegen gelassen wurde, ist die Heimat von etwa 500 Bewohnern und wurde bereits im 16. Jahrhundert gegründet. Alte Hanok-Anwesen und ein etwa 3,6 Kilometer langer Weg entlang einer historischen Steinmauer versetzen jeden Besucher sofort in eine vergangene Zeit. Besonders die 13 alten Anwesen der Nachkommen der Familie Go von Changpyeong gelten als wichtige Zeugnisse des koreanischen Kulturerbes und sind ein absolutes Muss.
Traditionelle Reisbonbons & Bambus-Kunsthandwerk
Zu Damyangs regionalen Spezialitäten zählen vor allem die traditionellen Reisbonbons. Während diese Süßigkeit vielerorts industriell gefertigt wird, gibt es in Samjicheon noch Produzenten, die die Bonbons auf traditionelle Weise über Holzkohle in großen Kesseln kochen. Besucher können diesem faszinierenden Prozess zusehen und anschließend die knusprigen, herzhaften Leckereien verkosten. Hergestellt werden sie aus organischem Reis, Bohnen und Sesam – alles aus der Region. Ebenso bekannt ist Damyang für seine Bambuserzeugnisse, das traditionelle koreanische Papier Hanji und filigrane Holzschnitzarbeiten. Die Preise können je nach Qualität und Herstellungsweise stark variieren – ein gründlicher Vergleich lohnt sich.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: Kombinieren Sie einen Besuch in Damyang unbedingt mit einer Fahrt zum nahegelegenen Bambuswald von Damyang – ein 2,4 km langer, von uralten Bambushainen gesäumter Weg, der besonders im Frühling und Herbst atemberaubend ist. Achten Sie darauf, beim Betreten von Hanok-Anwesen stets die Schuhe auszuziehen – dies ist ein Zeichen des Respekts. In den traditionellen Teehäusern können Sie Bambusblättertee probieren, der als besondere Spezialität gilt. Für die Anreise empfehlen wir, den Intercity-Bus ab Seoul zu nehmen, da die Fahrt entspannt ist und man die Landschaft genießen kann. Vor Ort ist ein Mietfahrrad ideal, um die Umgebung in Ruhe zu erkunden.
Ein absolutes Highlight ist das Koreanische Bambusmuseum. Bewahrung, Ausstellung, Herstellung und Verkauf von Bambusprodukten und -kultur stehen hier im Mittelpunkt. In fünf Ausstellungsräumen werden rund 2.600 Bambuserzeugnisse aus dem In- und Ausland gezeigt. Seit der Joseon-Dynastie – also seit etwa 500 Jahren – ist Damyang als Zentrum der Bambus-Kunsthandwerksproduktion bekannt. Von der Regierung zu „Immateriellen Kulturgütern“ ernannte Meister zeigen in einer Halle ihre Kunstfertigkeit. Besucher können sogar selbst versuchen, Bambus zu verarbeiten. Bei Kindern besonders beliebt ist die Bambusschaukel, während Erwachsene durch einen beeindruckenden Bambustunnel wandern und Alltagsgegenstände aus Bambus zu Erzeugerpreisen erwerben können.

Das alljährliche Bambusfestival in Damyang zieht Besucher aus aller Welt an. Es findet traditionell in der ersten Maiwoche statt und hat seine Wurzeln in der Goryeo-Zeit (918–1392), als die Dorfbewohner im Frühling auf den Hügeln Bambus pflanzten. Heute erwarten die Gäste Ausstellungen, Workshops zum Bambushandwerk, Bambusbogenschießen, Bambusfischen und die Verkostung von im Bambusrohr gereiftem Alkohol. Abgerundet wird das Fest durch Musikaufführungen und ein Konzert.
🎋 Bambuskultur pur
Das Bambusmuseum, Workshops und das jährliche Festival bieten einen tiefen Einblick in die jahrhundertealte Tradition.
🍬 Kulinarische Entdeckungen
Traditionelle Reisbonbons, Bambusblättertee und lokale Köstlichkeiten – ein Fest für den Gaumen.
🏯 Historisches Erbe
Hanok-Anwesen, Steinmauern und die Geschichte der Familie Go von Changpyeong prägen das Ortsbild.
🚆 Gut erreichbar
Ob mit dem KTX, Expressbus oder Regionalbus – Damyang ist von Seoul und Gwangju bequem zu erreichen.
Anreise nach Damyang und Samjicheon
Mit dem Zug:
Ab Bahnhof Yongsan (Seoul) bis Gwangju Hauptbahnhof. Es verkehren täglich zahlreiche Züge (Mugunghwa, Saemaeul, KTX). Die Fahrtzeit beträgt je nach Zugtyp zwischen 3 und 4,5 Stunden. Ab Gwangju Hbf fahren stündlich Busse nach Damyang (Fahrtzeit etwa 40 Minuten).
Mit dem Bus:
Vom Seoul Central City Terminal (auch bekannt als Express Bus Terminal) fahren mehrmals täglich Expressbusse direkt nach Damyang. Die Fahrtzeit beträgt rund 3 Stunden 45 Minuten. Ein normales Ticket kostet etwa 16.200 Won, ein Deluxe-Expressbus etwa 24.000 Won.
Nach Samjicheon:
Vom Gwangju Hauptbahnhof nehmen Sie den Bus Nr. 303 und steigen vor der Polizeiwache Changpyeong aus. Vom Intercity-Busterminal Damyang aus verkehren Kreisbusse oder Sie nehmen ein Taxi (Fahrtzeit ca. 15 Minuten).
Weitere Informationen finden Sie auf den offiziellen Seiten der Koreanischen Zentrale für Tourismus:
https://goasia.de/visitkorea.or.kr
https://goasia.de/german.visitkorea.or.kr
Zum Schluss
Damyang ist mehr als nur ein Reiseziel – es ist eine Einladung, den Rhythmus des Alltags hinter sich zu lassen und in eine Welt einzutauchen, die von Achtsamkeit, Handwerkskunst und tief verwurzelten Traditionen geprägt ist. Ob Sie durch die stillen Gassen von Samjicheon schlendern, den Duft von frisch gekochten Reisbonbons einatmen oder das Rascheln der Bambusblätter im Wind hören – dieser Ort schenkt Momente der Ruhe und echten Entdeckungen. Lassen Sie sich von der Stille und Schönheit dieser koreanischen Perle verzaubern.
Ist Damyang das ganze Jahr über einen Besuch wert?
Ja, jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Der Frühling bringt das Bambusfestival und blühende Landschaften, der Sommer bietet Schatten im dichten Bambuswald, der Herbst bezaubert mit warmen Farben, und der Winter sorgt für eine besonders ruhige Atmosphäre.
Wie viel Zeit sollte ich für einen Besuch in Damyang einplanen?
Für einen Tagesausflug ab Seoul sollte man mindestens 8 bis 10 Stunden einplanen. Wer tiefer in die Kultur eintauchen möchte, nimmt sich besser zwei Tage Zeit, um auch das Bambusmuseum und die umliegenden Dörfer in Ruhe zu erkunden.
Gibt es in Damyang Unterkünfte?
Ja, in Damyang und der Umgebung gibt es einige traditionelle Hanok-Gästehäuser sowie moderne Pensionen. Besonders empfehlenswert sind Unterkünfte in der Nähe des Bambuswaldes, um die morgendliche Ruhe zu genießen.
Kann man Bambusprodukte direkt vor Ort kaufen?
Unbedingt! Im Bambusmuseum und in den umliegenden Werkstätten werden hochwertige Bambusartikel – von Küchenutensilien bis zu Kunstobjekten – zu fairen Preisen angeboten. Ein Besuch der Werkstätten lohnt sich, da man den Künstlern oft bei der Arbeit zusehen kann.
