Auf kulinarischer Entdeckungsreise im fernöstlichen Macau
Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen – auch beim Reisen. Wer die Eigenheiten eines Landes entdecken will, sollte mit allen Sinnen kosten, was Küche und Keller aufzutischen haben. Macau, die ehemals portugiesische und heute chinesische Stadt in der Mündung des Perlflusses, bietet ausgiebig Gelegenheit zu einer kulinarischen Entdeckungsreise.
Macau kulinarisch entdecken: Von Dim Sum & African Chicken bis zur portugiesischen Seele
Ein Streifzug durch die älteste Fusionküche der Welt – wo Europa, Asien, Afrika und Südamerika auf dem Teller verschmelzen.
In diesem Artikel erfährst du:
🍜 Was die macanesische Küche so einzigartig macht
🥟 Insider-Tipps zu Dim Sum, Bacalhau & Co.
⭐ Welche Restaurants mit Michelin-Sternen glänzen
🍷 Warum portugiesische Weine in Macau ein Geheimtipp sind
- 🌍 Feinschmecker, die auf der Suche nach authentischen Geschmackserlebnissen abseits der Touristenpfade sind
- ✈️ Asien-Reisende, die Macau nicht nur als Casino-Mekka, sondern als kulinarisches Juwel erleben möchten
- 🍽️ Hobby-Köche und Foodies, die sich für Fusionsküche und die Geschichte hinter Gerichten begeistern
- 🏆 Luxusreisende, die Wert auf Sterneküche, edle Weine und gehobene Gastronomie legen
Die lange portugiesische Prägung – ein Erbe, das man schmeckt
Die lange Anwesenheit der Portugiesen spiegelt sich noch heute in den Kochtöpfen wider. Dass Macau heute zu China gehört, zeigt sich durch eine große Anzahl von Restaurants aller chinesischen Nationalküchen – aus Kanton, Peking, Shanghai, Sichuan oder Hangzhou. In den letzten Jahren hat sich Macau rasant entwickelt, neue Mega-Resorts prägen das Stadtbild. Parallel dazu stiegen die Anzahl und die Qualität der Restaurants. Dies honoriert der Guide Michelin Hongkong & Macau mit zahlreichen Sternen – ein eindeutiges Bekenntnis zur gastronomischen Exzellenz der Stadt.
African Chicken und Feijoadas – die macanesische Küche
Einzigartig ist die macanesische Küche, die erste Fusionküche der Welt. Sie vereint Zutaten, Gewürze und Zubereitungsarten, die von den Portugiesen aus aller Welt mit nach Macau gebracht wurden. Neben portugiesischer Kochkunst spielen lateinamerikanische, afrikanische, indische, malaiische und natürlich chinesische Einflüsse eine wichtige Rolle. So ist die Zubereitung des African Chicken, eines Hühnchens in pikanter Gewürzsoße, den Köchen Afrikas und Indiens abgeguckt. Die Feijoadas, gehaltvolle Eintöpfe aus Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Schweinefleisch und scharfgewürzter Wurst (Chourico), stammen ursprünglich aus Brasilien. Wichtige Zutat macaensischer Speisen ist die Balichao, eine würzige Paste aus Crevetten, die zum Beispiel dem suppenähnlichen Nudelgericht Lacassa oder gebratenem Reis (Arroz frita com Balichao) die typische Geschmacksnote verleiht.
Beinahe auf jeder portugiesischen Speisekarte steht der Bacalhau – getrockneter Kabeljau –, der gegrillt, gebacken, als Kochfisch, in einem Auflauf oder mit Käse überbacken serviert wird. Wer kein großer Fischesser ist, sollte den Bacalhau, mit Kartoffeln püriert und gebacken, als Vorspeise probieren. Zu den traditionellen portugiesischen Gerichten gehören außerdem gegrillte Sardinen, Kaninchenbraten, Ochsenbrust sowie Caldo verde, eine Grünkohlsuppe mit pürierten Kartoffeln und portugiesischer Wurst.
Meeresfrüchte nehmen im vom Wasser umgebenen Macau einen großen Teil der Speisekarte ein. Frischer Fisch, Hummer, Austern, Krabben und Krebse sind obendrein recht preisgünstig. Hervorragend passt dazu ein Gläschen portugiesischen Weines. Macaus Verbindungen zu Portugal haben die überaus angenehme Folge, dass man überall gute und preiswerte Weine erhält. Zum Nachtisch stehen in portugiesischen Restaurants Mousse de Chocolate Caseira (hausgemachtes Schokoladenmousse), Bebinca de Leite (Milchpudding), Nata (Eitörtchen) oder eine Queijos (Käseplatte) zur Wahl. Dazu, danach oder bei jeder anderen passenden Gelegenheit brühen die Portugiesen auch in Macau einen guten, starken Kaffee oder einen Espresso.
Dim Sum – chinesische Leckereien im Bambuskörbchen
Chinesische Speisen kann man sowohl an einfachen Garküchen als auch in erstklassigen Restaurants genießen. Man isst mit Stäbchen (fai-tchi; chopsticks) und trinkt zum Essen meist ungesüßten Tee, der in der Regel unaufgefordert ein- und nachgeschenkt wird. Man spürt – und schmeckt – die geographische Nähe zu Kanton. Die Gerichte dieser chinesischen Südprovinz leben von der Frische ihrer Zutaten, die nur ganz leicht gekocht oder gedämpft werden. Gewürze kommen nur sparsam zum Einsatz, nichts soll den Eigengeschmack der Zutaten stören.
Besonders beliebt sind zur Mittagszeit Dim Sum, kleine Leckereien, die salzig, sauer oder auch süß sein können. Hierzu gehören Fleischklößchen, Frühlingsrollen, Reis in Lotusblättern, Klöße mit Scampi oder Schweinefleisch gefüllt, süß-sauer eingelegte Gemüsesorten, aber auch Reispudding und Obstsalat. Eine Auswahl verschiedener Kleinigkeiten kann bereits ein gutes Mittagessen darstellen. In den Restaurants bestellt man Dim Sum entweder á la carte oder sucht vom Servierwagen aus, auf dem kleine Bambuskörbchen und Schüsselchen mit Dim Sum aufgebaut sind.
Gourmet-Sterne glänzen über Macau
Im Guide Michelin haben es zahlreiche Restaurants und Hotels geschafft. An der Spitze mit drei Sternen – „außerordentliche Küche, eine Reise wert“ – behauptet sich das Robuchon A Galera im Grand Lisboa. Mit exquisiter französischer Küche und elegantem Interieur gilt es als das exklusivste Restaurant der Stadt. Mit zwei Sternen bedacht wurden das ebenfalls im Grand Lisboa Casino Resort gelegene The Eight, das Wing Lei im Wynn Hotel und das Zi Yat Heen im Four Seasons Hotel, deren Küche den Spezialitäten der Nachbar-Provinz gewidmet ist. Kantonesische Speisen stehen auch bei den 1-Sterne-Betrieben auf der Speisekarte: im Golden Flower im Wynn Resort, im Lei Garden des Venetian Macao und im Tim´s Kitchen des Grand Lisboa. Fünf Lokale errangen den Bib Gourmand, der für Top-Qualität zu erschwinglichen Preisen vergeben wird (Drei-Gänge-Menü für unter 300 Pataca, ca. 30 Euro). Mit insgesamt 14 verschiedenen Küchen – von kantonesisch und macanesisch bis französisch und italienisch – spiegelt der Gastroführer offiziell die kulinarische Vielfalt der ehemals portugiesischen und heute chinesischen Stadt wider.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: Beim Dim Sum ist es Tradition, den Tee immer wieder nachgeschenkt zu bekommen. Bedanke dich nicht mit Worten, sondern klopfe leicht mit Zeige- und Mittelfinger auf den Tisch – eine stille Geste des Respekts, die in Kanton und Macau tief verwurzelt ist.
Noch ein Tipp: Portugiesische Weine sind in Macau nicht nur exzellent, sondern oft günstiger als in Europa. Besonders die Vinho Verde (der „grüne Wein“) und ein guter Portwein zum Dessert sind ein Muss. Frage in den Restaurants nach der Hausmarke – viele beziehen direkt aus dem Douro-Tal.
Kulturelle Besonderheit: In Macau wird Trinkgeld in einfachen Lokalen nicht erwartet, in gehobenen Restaurants sind 5–10 % des Rechnungsbetrags üblich, sofern kein Serviceentgelt bereits enthalten ist. Ein freundliches Lächeln und ein Nicken sind aber stets willkommen.
🍜 Fusionsküche pur
Die macanesische Küche vereint portugiesische, afrikanische, indische, malaiische und chinesische Einflüsse – ein einzigartiges Geschmackserlebnis, das es so nur hier gibt.
⭐ Michelin-Sterne
Macau ist die Stadt mit der höchsten Dichte an Michelin-Sternen in Asien – von 3-Sterne-Tempeln bis zu preiswerten Bib Gourmand-Adressen.
🥟 Dim Sum-Kultur
Mittagszeit ist Dim-Sum-Zeit: In Teehäusern und Restaurants rollen Wägen mit Bambuskörbchen – probieren Sie sich durch eine bunte Auswahl.
🍷 Portugiesische Weine
Dank der historischen Verbindung zu Portugal genießen Sie in Macau hervorragende Weine zu moderaten Preisen – ein Geheimtipp für Genießer.
Zum Schluss
Macau ist weit mehr als glitzernde Casinos und historische Fassaden – es ist ein Schmelztiegel der Kulturen, der sich am besten durch den Magen erkunden lässt. Von der ältesten Fusionküche der Welt über die feinen Dim-Sum-Traditionen bis hin zu den Spitzenrestaurants mit Michelin-Sternen: Wer hier isst, reist um den Globus, ohne die Stadt zu verlassen. Lassen Sie sich von der Leidenschaft der Köche und der Gastfreundschaft der Menschen verführen – und gönnen Sie sich ein Gläschen Portwein zum Abschluss. Bom apetite!
Welche Gerichte sollte man in Macau unbedingt probieren?
Zu den absoluten Klassikern zählen African Chicken, Feijoada, Bacalhau (getrockneter Kabeljau), Dim Sum und die süßen Pastéis de Nata. Dazu passt ein Vinho Verde oder ein Portwein.
Ist Macau teuer für Feinschmecker?
Die Preisspanne ist groß: An Garküchen und in lokalen Kantinen isst man schon für wenige Euro, während Spitzenrestaurants mit Michelin-Sternen gehobene Preise verlangen. Der Bib Gourmand des Guide Michelin weist eine Reihe von Lokalen aus, die exzellente Qualität zu moderaten Preisen bieten.
Wie komme ich zu den besten Dim Sum?
Besuchen Sie zur Mittagszeit traditionelle Teehäuser oder Restaurants mit Dim-Sum-Karten. Beliebte Adressen sind das Michelin-bekrönte Tim’s Kitchen oder das Lei Garden. Unser Tipp: Wählen Sie vom Servierwagen – so sehen Sie, was frisch zubereitet ist.
Gibt es vegetarische Optionen in der macanesischen Küche?
Ja, viele Restaurants bieten vegetarische Dim Sum, Gemüse-Frühlingsrollen und Tofu-Gerichte an. Auch die chinesischen Küchen (besonders kantonesisch) haben eine große Auswahl an fleischlosen Speisen. Fragen Sie einfach nach „no meat” – die Gastronomen sind sehr entgegenkommend.
Welche Weine sollte man in Macau probieren?
Portugiesische Weine sind hier besonders empfehlenswert: Vinho Verde (jung, spritzig), ein vollmundiger Douro-Rotwein oder zum Dessert ein tawny Port. Viele Restaurants haben eine eigene Weinkarte mit exzellenten Angeboten aus dem Ursprungsland.
Weitere Informationen beim Fremdenverkehrsbüro Macau, Schenkendorfstr. 1, 65187 Wiesbaden, Telefon: +49-(0) 611 – 2 67 67 30, Fax: +49-(0) 611 – 2 67 67 60, E-Mail: macau@discover-fra.com oder im Internet auf der deutschsprachigen Macau-Website www.macau-info.de
