Ein Blick in asiatische Kochtöpfe: Die Vietnamesische Küche
Die asiatische Küche ist exotisch, vielfältig und vor allem köstlich. In unserer Reihe „Ein Blick in asiatische Kochtöpfe“ stellen wir Ihnen regelmäßig Nahrungsmittel, Essgewohnheiten und Rezepte verschiedener asiatischer Länder vor.
Heute entführen wir Sie in die kulinarische Welt Vietnams: natürlich, abwechslungsreich, leicht.
Vietnamesische Küche: Aromen, Traditionen & Geheimtipps
Entdecken Sie die faszinierende Welt der vietnamesischen Kochkunst – von der legendären Fischsauce bis zur perfekten Pho.
In diesem Artikel erfährst du:
🍜 Die Grundlagen der vietnamesischen Küche
🐟 Alles über die Jahrtausend alte Fischsauce Nuoc mam
🥖 Französische Einflüsse und das Baguette Banh Mi
☕ Kaffee- und Teekultur in Vietnam
🍲 Unser Lieblingsrezept: Pho Bo – die perfekte Reisnudelsuppe
Für wen ist dieser Artikel?
- 🌏 Reisende, die sich auf eine kulinarische Reise nach Vietnam vorbereiten
- 🍳 Hobbyköche, die authentische asiatische Gerichte zu Hause nachkochen möchten
- 📚 Kulturinteressierte, die mehr über vietnamesische Essgewohnheiten erfahren wollen
- 🥗 Gesundheitsbewusste Genießer, die die leichte und nährstoffreiche Küche schätzen
Die traditionelle vietnamesische Küche zählt über 500 verschiedene Gerichte. Allein das zeigt schon, dass Essen in diesem Land eine sehr wichtige Rolle spielt. Vietnamesen essen meist in großer Gesellschaft. Die einzelnen Gerichte werden auf großen Platten serviert. Jeder Gast kann seine Schüssel dann nach Belieben befüllen. Als Zeichen von Respekt essen die Tischälteren oftmals vor den Jüngeren der Runde.
Die Grundlagen der vietnamesischen Küche
Vietnams Grundnahrungsmittel sind Reis und die aus Reis hergestellten Reisnudeln. Dazu gesellen sich frisches Gemüse und eine Varietät an Kräutern und Gewürzen. Fisch und Fleisch sind ebenfalls Bestandteil vieler vietnamesischer Gerichte. Grundsätzlich gibt es in Vietnam keine Speisetabus. So werden die ein oder anderen Gerichte auch mit exotischen Tieren oder gar Insekten zubereitet. Das ist allerdings eher die Ausnahme!
Die meisten Gerichte werden auf offenem Feuer, sprich sehr heiß, und sehr kurz angebraten. Die Zutaten bleiben frisch und „knackig“; vor allem dem Gemüse bleiben viele wichtige Nährstoffe erhalten. Unter anderem deswegen zählt die vietnamesische Küche zu den gesündesten der Welt.
Der Jahrtausendalte Klassiker: Die Fischsauce Nuoc mam
Die traditionelle vietnamesische Fischsauce darf bei keinem Essen fehlen. Die Würzsauce aus fermentiertem Fisch (meist Sardellen), Salz und Wasser gilt als eine der ältesten Würzsaucen überhaupt. Man munkelt, dass die Fischsauce ursprünglich sogar aus Vietnam stammt, auch wenn sie heute in vielen südostasiatischen Ländern zum Würzen verwendet wird.
Das Besondere: Nuoc mam verstärkt den Geschmack eines Gerichtes ohne dabei einen typischen Fischgeschmack zu hinterlassen. Meist wird zur Fischsauce noch Zitronensaft, Essig, Chili oder Knoblauch hinzugegeben, um das Aroma zu verfeinern.
Koloniale Kulinarik: Französische Baguettes
Die französische Kolonialherrschaft (1858 – 1954) hinterließ kulinarische Spuren, die bis heute in der vietnamesischen Küche zu finden sind. Das Baguette oder banh mi ist das beliebteste kulinarische Erbe und wird oftmals gemeinsam mit Reis zu Speisen gereicht.
Landestypisch sind knusprige französische Baguettes gefüllt mit Pâté, Mayonnaise, eingelegtem Gemüse und scharfen Chilis. Sie schmecken köstlich und eigenen sich perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch.
Kaffee oder Tee? Beides!
Grünen Tee gibt es in Vietnam überall und unbegrenzt. In Restaurants wird er in der Regel gratis serviert. Aufgrund des vorherrschenden Klimas trinkt man ihn meist gekühlt. Schwarzer Tee, vor allem Jasmintee, ist ebenfalls weit verbreitet.
Und obwohl man Asien eigentlich ausschließlich mit Tee verbindet, spielt der Kaffee in Vietnam ebenfalls eine große Rolle. Immerhin ist das Land nach Brasilien zweitgrößter Kaffeeproduzent der Welt. Zubereitet wird vietnamesischer Kaffee nach alter französischer Methode per Metallfilter. Das Ergebnis: starker und kräftiger Kaffee, der meist mit süßer, dicker Kondensmilch serviert wird. Aber im Grunde müssen Sie sich gar nicht zwischen Kaffe und Tee entscheiden. Da es grünen Tee wirklich immer und überall gibt, wird er traditionell auch zum Kaffee serviert.
Wer sich weder mit Kaffee noch mit Tee anfreunden kann, auf den warten die leckere frische Kokosmilch nuoc dua und tropische Fruchtsäfte sinh to.
Lassen Sie sich überraschen: Der Nachtisch
Süß, salzig oder beides?
Wer bei vietnamesischem Nachtisch an eine klassische Süßspeise denkt, erlebt mitunter eine Riesenüberraschung. Banh deo sind Klebreiskuchen, die mit Früchten und Sesam gefüllt und anschließend in Zuckerwasser getränkt werden. Zugegeben, das hört sich noch nach Süßspeise an.
Banh bao sind ebenfalls kleine Kuchen, die allerdings mit gezuckertem (!) Fleisch und Gemüse gefüllt sind. Dafür ist gesalzenes (!) Obst auch keine Seltenheit. So entsteht unserem europäischen Empfinden nach immerhin wieder etwas ausgleichende Gerechtigkeit.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: In Vietnam ist es üblich, beim Essen die Schüssel zum Mund zu führen – nicht umgekehrt. Das gilt als höflich und praktisch zugleich. Ein weiterer Tipp: Probieren Sie unbedingt „Bun Cha“ – gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln und Kräutern, das besonders in Hanoi berühmt ist. Und wenn Sie auf der Straße essen, achten Sie auf die kleinen Hocker – sie sind typisch und bieten ein authentisches Erlebnis. Übrigens: Trinkgeld ist in Vietnam nicht erwartet, aber für außergewöhnlichen Service gerne gesehen – etwa 5-10 % des Rechnungsbetrags.
Unser Lieblingsrezept: Reisnudelsuppe Pho
Diese würzige Suppe isst man in Vietnam praktisch immer. Zum Frühstück oder Abendessen, zuhause oder an einer der zahlreichen Garküchen in der Stadt. Pho bo mit Rindfleisch oder pho ga mit Hühnerfleisch schmeckt nicht nur lecker, sie ist aufgrund der vielen frischen Zutaten auch noch außerordentlich gesund. Probieren Sie selbst:
- 1kg Rinderknochen
- 500g Rinderbrust
- 2 daumengroße Stücke Ingwer
- 1 große Zwiebel
- 1 Kapsel Kardamom
- 1 Sternanis
- 1 Zimtstange
- Salz
- Schwarzer Pfeffer
- Zucker
- Fischsauce
- 200g Rinderfilet
- 250g Reisbandnudeln
- 1 Bund Koriander
- ½ Bund Minze
- ½ Bund Thai Basilikum
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 1 Limette
- 1-2 Chilis
Die Knochen und die Rinderbrust gründlich waschen. Anschließend in einen großen Topf geben und mit ca. 6 Litern Wasser zum Kochen bringen.
Ingwer und Zwiebel schälen und im Ganzen in einer Pfanne ohne Fett oder über einer Gasflamme anrösten. Anschließend in die Brühe geben.
Alles bei mittlerer Hitze 2 Stunden köcheln lassen. Anschließend Kardamom, Sternanis und Zimt dazugeben. Eine weitere Stunde köcheln lassen. Zwischendurch mit Salz, Pfeffer, Zucker und Fischsauce würzen.
Knochen, Fleisch und Gemüse herausnehmen. Suppenfleisch lösen, in eine Schale mit kaltem Wasser legen und zur Seite stellen. Die Brühe abschmecken und ggf. nochmals nachwürzen.
Anrichten und Genießen
Das Rinderfilet in feine Streifen schneiden. Die Reisnudeln nach Packungsanleitung zubereiten. Koriander, Minze und Thai Basilikum hacken. Lauchzwiebeln und Chilis in Ringe schneiden. Limette heiß waschen und achteln.
Anrichten: Reisbandnudeln und Suppenfleisch in eine große Schüssel geben. Kräuter und Frühlingszwiebeln darauf verteilen. Rohe Rinderfiletscheiben hinzugeben und alles mit der nochmals aufgekochten Brühe übergießen. Das Rinderfilet gart in der Suppe und wird so schön zart. Mit Limetten und Chilis garnieren.
Wir wünschen Guten Appetit und falls Ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft, finden Sie HIER eine Übersicht unserer Vietnam Reisen. Da kommen Sie sicher auf den Geschmack!
🍜 Pho – Die Nationalsuppe
Pho ist weit mehr als nur eine Suppe – sie ist ein Symbol der vietnamesischen Küche und wird zu jeder Tageszeit genossen.
🐟 Nuoc mam – Das Herz der Würze
Die fermentierte Fischsauce ist unverzichtbar und verleiht jedem Gericht eine unverwechselbare Tiefe.
🥖 Banh Mi – Fusion auf dem Teller
Das französische Baguette trifft auf vietnamesische Aromen – ein kulinarisches Erbe der Kolonialzeit.
☕ Kaffee mit Kondensmilch
Vietnamesischer Kaffee ist stark, süß und wird traditionell mit einem Metallfilter zubereitet – ein Genussmoment.
Zum Schluss
Die vietnamesische Küche ist eine der facettenreichsten und gesündesten der Welt. Sie vereint frische Zutaten, jahrhundertealte Traditionen und eine Prise französischen Einfluss zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis. Ob Sie nun die berühmte Pho probieren, sich von der Fischsauce Nuoc mam verführen lassen oder einfach nur einen starken vietnamesischen Kaffee genießen – jedes Gericht erzählt eine eigene Geschichte. Lassen Sie sich inspirieren und tauchen Sie ein in die kulinarische Vielfalt Vietnams.
Was ist das typischste Gericht Vietnams?
Pho ist das bekannteste Gericht – eine aromatische Reisnudelsuppe mit Rind oder Huhn, Kräutern und Limette. Sie wird zu jeder Tageszeit gegessen und gilt als Nationalgericht.
Ist vietnamesisches Essen scharf?
Nicht unbedingt. Die Küche setzt eher auf frische Kräuter und Aromen. Schärfe wird oft durch frische Chilis individuell dosiert – Sie können also selbst entscheiden, wie scharf es sein soll.
Welche Rolle spielt Reis in Vietnam?
Reis ist das absolute Grundnahrungsmittel. Er wird zu fast jeder Mahlzeit gereicht, sei es als Beilage, in Form von Reisnudeln oder als Reispapier für Frühlingsrollen.
Kann man in Vietnam auch vegetarisch essen?
Ja, die buddhistische Tradition hat eine reiche vegetarische Küche hervorgebracht. Besonders in Tempeln und an Feiertagen gibt es viele fleischlose Gerichte mit Tofu, Gemüse und Kräutern.
Was ist der beste Ort, um Street Food in Vietnam zu probieren?
Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt sind berühmt für ihre Street-Food-Szenen. Besonders die Altstadt von Hanoi mit ihren engen Gassen und unzähligen Garküchen ist ein Paradies für Feinschmecker.
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