Die Ökostadt Suncheon – das versteckte Juwel
Die Provinz Jeollanam-do im Südwesten der koreanischen Halbinsel zählt zu den schönsten und ursprünglichsten Regionen des Landes. Hier treffen jahrhundertealte Tempel auf unberührte Küstenlandschaften, während die Menschen mit einer tief verwurzelten Gastfreundschaft und einer der raffiniertesten Küchen Koreas aufwarten. Es ist ein Ort, an dem Natur nicht nur Kulisse ist, sondern gelebte Kultur.
Jeollanam-do entdecken: Natur, Tempel & kulinarische Seele Südkoreas
Eine Reise in den Südwesten – zwischen grünen Teefeldern, uralten Klöstern und einer Bucht, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Erleben Sie eine Region, die Reisende seit jeher in ihren Bann zieht.
In diesem Artikel erfährst du:
🍵 Warum Boseongs Teefelder zu den schönsten Asiens gehören
🏯 Wie ein Templestay im Seonamsa deinen Blick auf Korea verändert
🦅 Welche Zugvögel im Suncheonman-Ökopark auf dich warten
🎭 Welche kulturellen Besonderheiten du als Reisender kennen solltest
Für wen ist dieser Artikel?
- 🌿 Individualreisende, die Südkorea abseits der Touristenpfade erkunden möchten
- 📸 Fotografie-Enthusiasten, die unberührte Natur und traditionelle Architektur suchen
- 🧘 Kulturreisende, die an authentischen Tempelaufenthalten und lokaler Küche interessiert sind
- 🚆 Aktivurlauber, die lange Spaziergänge durch Wälder und Küstenlandschaften lieben
Die Bewohner Jeollanam-dos sind traditionell stolz auf ihre Gerichte, die mit hochqualitativen einheimischen Zutaten zubereitet werden, sowie auf „Pansori“, die typische koreanische Volksmusik, deren Geschichte tief in dieser Region verwurzelt ist. Doch der größte Stolz der Provinz ist ihre „von Gotteshand gegebene, wunderschöne Natur“. Orte wie die Stadt Boseong mit ihren unendlichen Grünteefeldern oder Damyang mit seinem mannigfaltigen Bambus- und Mammutbaumhainen sind lebende Postkartenmotive.
Suncheon – Die Ökostadt mit UNESCO-Flair
Suncheon gilt als Jeolla-dos typische Ökostadt. Mit seinem sauberen Wasser, den weitläufigen Wäldern und einer beeindruckenden Vielfalt an Pflanzenarten gehört es zu den bemerkenswertesten Reisezielen der Region. Die weiten Schilfebenen, der Suncheonman-Ökopark mit seinem einzigartigen Ökosumpfgebiet und die Tempel Seonamsa sowie Songgwangsa wurden bereits früh im renommierten Weltreiseführer Guide Michelin erwähnt. Durch die „Garten-Expo Suncheonman-Bucht 2013“ wurde Suncheons Ruf als Ökostadt zusätzlich gefestigt. Wir empfehlen bei einem Besuch auch das Offene Filmset Suncheons, das Volkskundedorf Nakaneubseong sowie das städtische Ppurigipeunnamu-Museum – sie geben einen wunderbaren Einblick in die traditionelle und moderne Kultur der Region.
Tempel Seonamsa – Ein Ort der Stille und Geschichte
Der Tempel Seonamsa wurde im Jahr 875 von Doseon, einem Priester des Shilla-Reichs, gegründet. Der Name bedeutet übersetzt „Stein, von dem Shinseon (ein taoistischer Einsiedler mit mysteriösen Kräften) herunterstieg“. Eine Legende besagt, dass der Einsiedler auf einem flachen, großen Stein im Westen des Tempels regelmäßig „Baduk“ (das traditionelle koreanische Brettspiel) spielte. Der Fußweg vom Parkplatz bis zum Eingang dauert etwa 20 Minuten – eine kleine Pilgerreise durch dichten Wald. Dabei überquert man die radiergummi-förmige Brücke Seungseongyo (Nationalschatz Nr. 400), die seit jeher symbolisiert, dass man nach dem Überqueren im Reich des taoistischen Einsiedlers angelangt ist. Der Tempel selbst ist nicht sehr groß, aber sein harmonisches Verhältnis von Architektur und umgebender Natur ist mehr als eindrucksvoll. An den Gebäuden spiegeln Stellen, an denen die Farbe verblasst ist, die lange Geschichte wider – eine lebendige Patina der Zeit.
Wenn Ihre Zeit es zulässt, empfiehlt sich ein Templestay innerhalb des Tempels. Dabei können Sie den Alltag der Mönche miterleben und sich bei einer Tasse Tee mit ihnen unterhalten – eine Erfahrung, die weit über das übliche Sightseeing hinausgeht. Der etwa 8,5 Kilometer lange Spaziergang vom Tempel Seonamsa zum Tempel Songgwangsa bietet zudem eine wunderbare Gelegenheit, die umliegende Natur in vollen Zügen zu genießen.
Suncheonman-Ökopark – Das Watt, das Leben schenkt
Die Bucht Suncheonman mit ihren original erhaltenen Ökoressourcen wurde am 20. Januar 2006 auf der Ramsar-Konvention zu Koreas erstem Küstensumpfgebiet ernannt. Die weiten Schilffelder erfüllen eine natürliche Säuberungsfunktion gegen rote Wellen und bieten unzähligen Lebewesen des Wattes einen Lebensraum zum Wachsen und Fortpflanzen. Wer den Boden aufmerksam beobachtet, entdeckt kleine Krebse, Schlammspringer und andere faszinierende Wattbewohner. Im Herbst lassen sich zudem beeindruckende Zugvögel beobachten, die hier Rast machen.
Folgt man dem leicht ansteigenden Spazierweg auf den Yongsan-Aussichtspunkt, wird die Reisemüdigkeit bei dem Blick auf die sich vor dem Auge erstreckende, wunderschöne Landschaft der Suncheonbucht wie weggeblasen sein. Vor allem bei Sonnenuntergang wirkt die Bucht wie ein breites, kunstvoll gemaltes Bild. Eine besondere Empfehlung ist die Fahrt mit dem „Schilfzug“ durch die Schilffelder – ein Erlebnis, das die Weite der Landschaft auf einzigartige Weise erfahrbar macht. Der Fahrpreis liegt bei etwa 1.000 Won (Stand aktuelle Saison). Bitte beachten Sie: Da die Suncheon-Bucht ein streng geschütztes Naturschutzgebiet ist, werfen Sie hier keinesfalls Müll weg.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: In Südkorea gilt die ungeschriebene Regel, dass man beim Besuch von Tempeln stets leise spricht und Schultern sowie Knie bedeckt. Ein kleiner Respektsbeweis, der sehr geschätzt wird. Kulinarisch sollten Sie in Jeollanam-do unbedingt „Bibimbap“ in seiner ursprünglichsten Form probieren – die Region ist dafür berühmt. Ein weiteres Highlight: Der lokale Grüntee aus Boseong ist von herausragender Qualität; nehmen Sie sich Zeit für eine traditionelle Teezeremonie. Und falls Sie mit dem Zug anreisen: Der Korail-Railpass bietet hervorragende Verbindungen und ist oft günstiger als Einzelfahrkarten. Planen Sie für den Suncheonman-Ökopark mindestens einen halben Tag ein – die Wege sind weitläufig und laden zum Verweilen ein.
🍵 Boseong Teefelder
Die berühmten Terrassenfelder erstrecken sich über sanfte Hügel und bieten eine der schönsten Tee-Landschaften Asiens. Der Eintritt ist frei, geführte Touren kosten etwa 5.000 Won.
🏯 Templestay Seonamsa
Ein authentischer Einblick in das Mönchsleben. Übernachtung inklusive Meditation, Teezeremonie und Morgengottesdienst. Kosten ca. 70.000 Won pro Person.
🦆 Suncheonman-Ökopark
Das größte Küstensumpfgebiet Koreas. Zugvögel im Herbst, Wattwanderungen und der berühmte Sonnenuntergang vom Yongsan-Aussichtspunkt – Eintritt: 2.000 Won.
🚆 Anreise & Mobilität
Ab Seoul mit dem KTX nach Suncheon (ca. 3 Stunden). Vor Ort empfehlen sich Mietwagen oder lokale Busse. Ein Internationaler Führerschein ist erforderlich.
Weitere Informationen zu Suncheon und Umgebung sowie zu Gärten, Restaurants und Unterkünften finden Sie auf unserer Webseite. Bei Fragen hilft Ihnen die Koreanische Zentrale für Tourismus gerne weiter.
Kontakt
Koreanische Zentrale für Tourismus
Frau Annette Schulz
Tel.: +49 (0) 69 / 23 32 26
Fax: +49 (0) 69 / 25 35 19
E-Mail: ktopr@euko.de
Zum Schluss
Jeollanam-do ist mehr als nur ein Reiseziel – es ist eine Einladung, Südkorea mit allen Sinnen zu erleben. Zwischen dem Duft von Grüntee, der Stille uralter Tempel und der Weite einer Bucht, die unter dem Schutz internationaler Abkommen steht, liegt ein Stück ursprüngliches Korea, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Lassen Sie sich von der Gelassenheit dieser Region anstecken und nehmen Sie ein Stück ihrer Schönheit mit nach Hause.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann ist die beste Reisezeit für Jeollanam-do?
Der Frühling (April–Mai) und der Herbst (September–November) gelten als ideal. Dann sind die Temperaturen mild, die Teefelder leuchten frischgrün und die Zugvögel sind zu Gast im Suncheonman-Ökopark.
Kann man die Tempel ohne Führung besichtigen?
Ja, die Tempel Seonamsa und Songgwangsa sind frei zugänglich. Für einen Templestay ist jedoch eine vorherige Anmeldung nötig, die meist über die offizielle Website des jeweiligen Tempels erfolgt.
Welche Gerichte sollte man in der Region unbedingt probieren?
Neben Bibimbap sind „Ganjang Gejang“ (in Sojasoße eingelegte Krabben) und „Nurungji“ (gerösteter Reis) lokale Spezialitäten. Auch der Grüntee-Eiscreme aus Boseong sollte man sich nicht entgehen lassen.
Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Suncheon?
Vom Hauptbahnhof Seoul (Seoul Station) fahren mehrmals täglich KTX-Züge direkt nach Suncheon. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden. Vom Bahnhof Suncheon aus verkehren Busse zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Ist der Suncheonman-Ökopark auch bei Regen einen Besuch wert?
Bei leichtem Regen wirkt die Landschaft besonders mystisch und die Farben der Schilffelder werden intensiver. Bei starkem Regen können jedoch einige Wege gesperrt sein – ein Blick auf die lokale Wettervorhersage vorab ist empfehlenswert.
