Typisch Thailand: Traditioneller Volkstanz
Die traditionellen Tänze Thailands sind weit mehr als nur eine künstlerische Darbietung – sie sind der lebendige Ausdruck einer jahrhundertealten Kultur, die bis heute mit Anmut und Hingabe gepflegt wird. Ob bei festlichen Anlässen, religiösen Zeremonien oder als kulturelles Highlight für Besucher aus aller Welt: Die filigranen Bewegungen, prächtigen Kostüme und die exotische Musik entführen in eine Welt voller Geschichten und Symbolik.
Traditioneller Tanz in Thailand: Kultur, Geschichte & Geheimtipps
Entdecken Sie die faszinierende Welt der thailändischen Volkstänze – von den Ursprüngen in Sukhothai bis zu den magischen Kinnaree-Legenden.
In diesem Artikel erfährst du:
🌏 Die Geschichte und Bedeutung der Tänze
👗 Regionale Unterschiede und ihre Kostüme
📖 Die Legende des Kinnaree-Tanzes
💡 Insider-Tipps für authentische Erlebnisse
Für wen ist dieser Artikel?
- ✈️ Reisende, die die thailändische Kultur jenseits der Strände erleben möchten
- 🎭 Kulturinteressierte, die mehr über traditionelle Kunstformen erfahren wollen
- 📸 Fotografen und Kreative, die nach einzigartigen Motiven suchen
- 🧘 Menschen, die sich für spirituelle und symbolische Ausdrucksformen begeistern
Die Seele Thailands im Tanz
Thailändischer Volkstanz ist seit jeher ein Symbol für die tiefgründige und bedeutungsvolle Kultur des Königreiches. Egal ob an thailändischen Feiertagen, Festivals oder anderen Feierlichkeiten – traditionelle Volkstänze stehen selbstverständlich auf dem Programm. Auch als Unterhaltung für Besucher sind die Tanzvorführungen aus dem Land des Lächelns nicht wegzudenken. Besucher sind stets von den anmutigen und filigranen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer begeistert, die sich in prachtvollen Kostümen zu den exotischen Klängen der Musik wiegen. Je nach Region, aus der die Tänze stammen, unterscheiden sie sich in Rhythmus, Kostümen und Tanzbewegungen voneinander, wie zum Beispiel der bekannte Fingertanz Fon Leb aus Nordthailand oder der bunte Fächertanz Talikipas aus dem Süden. Heute werden diese Tänze nicht mehr nur in den einzelnen Regionen aufgeführt, sondern sind oftmals Bestandteil einer Aufführung mit Tänzen aus allen vier Landesteilen, die den Besuchern die Vielfalt des Königreichs und die unterschiedlichen Lebensweisen vermitteln soll.
Der traditionelle Sukhothai-Tanz „Rabum Sukhothai“ wird häufig zu besonderen Anlässen aufgeführt. Sukhothai ist der Name der ehemaligen Hauptstadt Thailands und der gleichnamigen Periode zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert. Was die Entwicklung der Kultur, Sprache und Kunst angeht, zählt diese Zeit zu den wichtigsten in der Geschichte Thailands. Während dieser Zeit wurde die thailändische Schrift erfunden und thailändische Tänze und Musik wurden reformiert und weiterentwickelt. Die Bewegungen des Rabum Sukhothai wurden gemäß dem Kunststil dieser Zeit choreografiert, der Friedlichkeit und Anmut ausstrahlt. Manche Bewegungen sind auch von Buddhabildnissen, die während der Sukhothai-Periode errichtet wurden, beeinflusst. Der Tanz soll Freude, Frieden und die hohe Kultur ausdrücken, die typisch für diese Epoche sind.
Ein ganz besonders beliebter Tanz ist auch der „Manohra Buchayan“, auch als Kinnaree-Tanz bekannt. Dieser Tanz ist Teil eines ausgearbeiteten Tanzdramas, bestehend aus sechs Akten, das die mythische Geschichte der Liebe zwischen Manohra, einem Fabelwesen halb Mensch halb Vogel (genannt Kinnaree), und dem Prinzen Suthon, dem Erben des Königreichs von Panchala, erzählt. Manohra wurde gefangen und dem Prinzen als Frau dargeboten. Mit ihrer Schönheit und Intelligenz wurde sie schnell zu einer beliebten Prinzessin und zum Stolz des Königreichs. Bis zu dem Tag, an dem der Prinz in einem entfernten Krieg kämpfen musste und Manohra in seiner Abwesenheit von einem eifersüchtigen Hofangestellten beschuldigt wurde, großes Unheil über den König, seine Familie und das gesamte Königreich zu bringen. Als entschieden wurde, dass Manohra dem Feuer geopfert werden sollte, bat sie den König und die Königin um einen letzten Tanz mit ihren Flügeln. Am Ende des Tanzes schwang sie sich in die Luft und flog in ihr Zuhause in den dicht bewaldeten Bergen des Himaphan zurück. Die Geschichte endet damit, dass Prinz Suthon nach seiner Rückkehr ins Königreich aufbricht, um seine Geliebte zu finden – und die beiden schließlich gemeinsam und glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben.
💡 Lokale Insider-Tipps & Wissenswertes
Insider-Tipp: Wer authentische traditionelle Tänze erleben möchte, sollte nicht nur die großen Shows in Bangkok besuchen. Besonders lohnenswert sind die Abendvorstellungen im historischen Park von Sukhothai oder in Chiang Mai während des Loi Krathong-Festivals. Dort werden die Tänze oft in originalgetreuen Kostümen und mit live gespielter traditioneller Musik aufgeführt. Ein weiterer Geheimtipp: In vielen Tempelanlagen (Wats) finden nachmittags kostenlose Proben statt, bei denen man den Tänzerinnen und Tänzern bei der Vorbereitung zusehen darf – ein unvergessliches Erlebnis abseits der Touristenströme. Achten Sie darauf, bei solchen Besuchen dezente Kleidung zu tragen und die Künstler nicht während der Aufführung zu stören.
🎭 Regionale Vielfalt
Jede der vier Regionen Thailands hat ihre eigenen Tanzstile: der anmutige Fingertanz Fon Leb im Norden, der lebhafte Fächertanz Talikipas im Süden, der elegante Rabum Sukhothai in der Zentralregion und der kraftvolle Ramwong im Nordosten (Isan).
👗 Prachtvolle Kostüme
Die aufwendigen Gewänder sind ein zentrales Element jedes Tanzes. Sie bestehen aus handgewebter Seide, reich bestickt mit Gold- und Silberfäden. Die Kopfbedeckungen (Mongkut) sind oft mit Edelsteinen und Perlen verziert – ein Symbol für den königlichen Ursprung vieler Tänze.
🎵 Musik und Rhythmus
Die traditionelle Musik wird mit einem Piphat-Ensemble gespielt, das aus Xylophonen (Ranat), Gongs (Khong Wong) und einer zweifelligen Oboe (Pi) besteht. Die Melodien folgen einem strengen pentatonischen System und variieren je nach Region und Tanzstil.
📖 Kulturelle Bedeutung
Tanz in Thailand ist nicht nur Unterhaltung – er ist eine Form der Meditation und spirituellen Hingabe. Viele Bewegungen sind von Naturphänomenen wie der fließenden Bewegung von Wasser oder dem Öffnen einer Lotusblüte inspiriert. Die Tänzer trainieren oft jahrelang, um die perfekte Harmonie von Körper und Geist zu erreichen.
Kontakt
Thailändisches Fremdenverkehrsamt
Bethmannstr. 58
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 – 1381390
Telefax: +49 (0)69 – 13813950
E-Mail: [email protected]
Internet: www.goasia.de/ThailandTourismus.de
Zum Schluss
Die traditionellen Tänze Thailands sind ein Fenster in die Seele einer der faszinierendsten Kulturen Asiens. Sie verbinden jahrhundertealte Geschichte, spirituelle Tiefe und atemberaubende Ästhetik zu einem Erlebnis, das noch lange nach dem Verlassen des Theaters nachklingt. Ob Sie die anmutigen Bewegungen des Kinnaree-Tanzes bestaunen oder den meditativen Rhythmus des Rabum Sukhothai auf sich wirken lassen – jeder Tanz erzählt eine Geschichte, die es wert ist, gehört zu werden. Planen Sie bei Ihrer nächsten Reise nach Thailand unbedingt einen Besuch einer traditionellen Tanzaufführung ein – es wird eine Bereicherung sein, die Sie nie vergessen werden.
Welche traditionellen Tänze gibt es in Thailand?
Zu den bekanntesten gehören der Fon Leb (Fingertanz) aus Nordthailand, der Talikipas (Fächertanz) aus dem Süden, der Rabum Sukhothai aus der Zentralregion und der Manohra Buchayan (Kinnaree-Tanz). Jede Region hat ihre eigenen Stile und Kostüme.
Wo kann man traditionelle thailändische Tänze am besten sehen?
Neben großen Shows in Bangkok und Phuket bieten besonders die historischen Parks von Sukhothai und Ayutthaya sowie Tempel in Chiang Mai authentische Aufführungen. Viele Hotels und Kulturzentren organisieren zudem spezielle Tanzabende.
Was ist die Bedeutung der Kinnaree-Legende?
Die Kinnaree-Legende erzählt die Geschichte von Manohra, einem Fabelwesen halb Mensch halb Vogel, und ihrer Liebe zu Prinz Suthon. Sie symbolisiert die Themen Liebe, Treue und die Überwindung von Hindernissen. Der Tanz ist ein Höhepunkt des traditionellen thailändischen Tanzdramas.
Wie lange dauert eine traditionelle Tanzaufführung?
Eine typische Vorführung mit mehreren Tänzen dauert zwischen 45 Minuten und 1,5 Stunden. Größere Tanzdramen wie der Kinnaree-Tanz können bis zu 2 Stunden in Anspruch nehmen. Viele Shows bieten eine Einführung in die Geschichte und Bedeutung der Tänze.
Sind Fotos und Videos während der Aufführungen erlaubt?
In den meisten Theatern und Kulturzentren ist das Fotografieren ohne Blitz erlaubt. Videoaufnahmen sind oft gegen eine geringe Gebühr gestattet. In Tempeln und bei privaten Zeremonien sollte man jedoch immer um Erlaubnis fragen und die Künstler nicht stören.
